Champaigne Charonton Kunst » Antike 1910 bis 1914 lebte er in Paris und stand dem KUBISMUS nahe; 1917 wurde er Kommissar der Schönen Künste in Witebsk und Leiter einer von ihm selbst gegründeten Akademie. Nach heftigen Meinungsverschiedenheiten mit MALEVICH gab er diese Ämter auf und arbeitete in Moskau für das Theater. 1923 kehrte er nach Paris zurück. Hier bildete er seinen in Rußland entwickelten, rein imaginativen Stil zur Reife aus : Seine Bildwelt vereinigt Kunst » Antike Elemente der russischen Volkskunst, der jüdischen Mystik und Legende sowie Elemente des Traums; sie wird bestimmt durch Menschen, Fabelwesen und Dinge in ungewöhnlichen Zusammenstellungen. Seine Farbskala ist reich, ein typisches Motiv ist die poetische Beschwörung des Dorflebens in Rußland. Später wandte er sich mehr und mehr religiösen Themen zu. Seine Kunst hat die SURREALISTEN stark Kunst » Antikebeeinflußt. 1941 wurde er vom Museum of Modern Art, New York, ein-geladen, bis 1946 blieb er in Amerika. 1961 entwarf er eine Serie von Glasfenstern, mit Szenen aus der Geschichte der zwölf Stämme Israels, für eine Synagoge in Jerusalem. 1965 entstand das Deckengemälde im Zuschauerraum der Großen Oper in Paris. Sein graphisches Werk umfaßt Radierungen zu Gogols »Toten Seelen«, den »Fabeln« von La Fontaine und zur Bibel. Abb. 1079, S. 480. Farbtafel 37. Kunst » Antike Champaigne, Philippe de (Brüssel 1602 — Paris 1674), fläm.-franz. Maler; zunächst studierte er in Brüssel Landschaftsmalerei, später wurde er einer der bedeutendsten Kunst » AntikePorträtisten Frankreichs. 1621 kam er nach Paris und arbeitete mit POUSSIN an der Ausschmückung des Palais Luxembourg, in dem RUBENS' Medici-Zyklus unter-gebracht war. 1628 wurde er Maler der Königinmutter Maria de' Medici und arbeitete auch für Ludwig XIII. im Auftrage des Kardinals Richelieu. Für den Kardinal malte er die Kuppel der Sorbonne-Kirche aus ; er schuf für ihn ein Ganzporträt Kunst » Antikeund ein Dreifachbildnis, ähnlich dem Bildnis Karls I. von van DYCK, das wie dieses für BERNINI als Vorlage zu einer Bildnisbüste bestimmt war. Seit 1643 arbeitete er für die Jansenisten von Port-Royal. Der strenge Orden beeinflußte ihn nachhaltig und bestärkte ihn in einer Stilrichtung, die sich in seinem Werk seit der Mitte der dreißiger Jahre abgezeichnet hatte und die sein späteres Werk charakterisiert: Kunst » Antikeeinem KLASSizis-Mus, den unabhängig von ihm in Rom auch PoussiN entwickelt hatte. In seinen frühen Bildnissen steht Champaigne Rubens und van Dyck nahe, in seinen späteren Werken ist die rein barocke Auffassung verschwunden; statt des visionären Elements herrscht Klarheit, Kunst » Antikedie Bilder zeigen strengen Aufbau und sind oft ähnlich den Poussinschen Friesen komponiert, kühl, mit kräftigen Farben und in einem gemäßigten, jedoch konsequenten Naturalismus. Seine Porträts von Rechtsgelehrten und Kaufleuten, die Gruppenbildnisse der Richter von Paris zeigen seine Fähigkeit, Kunst » Antike Charaktere einfühlsam zu erfassen. Seine besten Porträts sind Votivbilder, die er nach der Genesung seiner Tochter malte. Sie war Nonne in Port-Royal, erkrankte an Paralyse und wurde 1661 durch Fürbitte der Kongregation geheilt. Arbeiten von ihm befinden sich in Amsterdam, Barnard Castle Kunst » Antike (Bowes), Berlin, Boston, Brüssel, Detroit, Florenz (Pitti, Uffizi), Den Haag, Hull, Le Mans, London (Besitz des englischen Königshauses, National Gallery, Wallace), Lyon, München (Der Feldherr Vicomte de Turenne), New York (Metropolitan), Paris (Louvre), Rom (Galleria Nazionale), Sao Paulo, Toledo/Ohio, Toulouse, Versailles, Washington und Wien. Abb. 420, S. 385. Kunst » Antike
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