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Kunst » Bedarf Lehrlinge zu einem französischen Goldschmied in Paris geschickt wurden. Die Pest brach aus, und sie befanden sich auf dem Heimweg, als Kunst » Bedarf sie in Kriegswirren ergriffen und in Brüssel gefangengesetzt wurden. Der Herzog von Burgund bezahlte das Lösegeld, wahrscheinlich, weil sie mit dem burgundischen Hofmaler MALOUEL verwandt waren. Kurz darauf begannen sie für den Herzog zu arbeiten, seit 1411 waren sie Hofmaler des Herzogs von Berri, und für ihn malten sie die glänzendste aller Handschriften seiner reichen Sammlung, die »Tres Riches Heures du Duc du Berri« (Chantilly, Muse Conde), ein reichillustriertes Stundenbuch mit Monatsbildern und religiösen Darstellungen. Sicher ist, daß alle drei Brüder 1416 schon gestorben waren, denn in diesem Jahr verlangten ihre Erben in Bourges ihre Habe. Abb. 326, S. 373.
Lingelbach, Johannes oder Jan (Frankfurt am Main 1622 — Amsterdam 1674), niederl. Maler; Meister des GENREBILDES in Holland. Er malte italienisierende Kunst » Bedarf Landschaften (südliche Hafen- und Volksszenen) und verbrachte einige Jahre in Paris und Rom. Von ihm sind gelegentlich die Figuren auf Landschaftsbildern anderer Maler, z. B. bei HOBBEMA und WYNANTS. Abb. 423, S. 386.
Linnell, John (London 1792 — Redhill 1882), engl. Maler; vor allem Bildnis- und Landschaftsmaler. Er hat außerdem Illustrationen zur Bibel geschaffen. Viele seiner Zeitgenossen lehnten ihn ab, unter ihnen CONSTABLE, dessen vernichtende Kritik seine Wahl in die Akademie verhinderte. Sein Stil ist realistisch und er-faßt die Atmosphäre der Landschaft sicher und genau. Er ist in vielen Museen Englands vertreten, vor allem in Brighton und London (Tate, Victoria and Albert). Abb. 943, S. 461.
Liotard, Jean-l;tienne (Genf 1702 — das. 1789), schweiz. Maler; vor allem Bildnismaler in PASTELL; arbeitete seit 1725 in Paris, ging 1738 nach Italien, traf dort zwei englische Adelige, die ihn mit nach Konstantinopel
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nahmen, und trug seitdem türkische Kleidung und Barttracht, die für ihn charakteristisch wurden. Von 1753 bis 1755 war er in England und malte dort Bildnisse, ihre lebendige Farbgebung und ausdrucksvolle Mimik hatten viel Erfolg und beeinflußten CorES. Nach der Rückkehr aus England war er in Holland tätig, von 1772 bis 1774 arbeitete er wieder in London, aber der frühere Erfolg blieb aus. Arbeiten von ihm sind in Amsterdam (Rijksmuseum), Dresden (Das Schokoladenmädchen; Selbstbildnis in türkischer Tracht u. a.), Genf (viele seiner besten Werke), London (Victoria and Albert) u. a. Abb. 594, S. 412. Kunst » Bedarf
Lipchitz, Jacques (geb. Druskeniki/Litauen 1891), lit. Bildhauer; 1909 kam er nach Paris. Seine Plastiken sind vom KUBISMUS beeinflußt (1913 begegnete er RIVERA und PICASSO), aber um 1925 entwickelte er seinen ganz eigenen Stil der sogenannten Durchsichtsplastik (sculptures transparentes). 1941 ging er nach Amerika und lebte die meiste Zeit dort, 1946 erhielt er den Auftrag, für eine der neuen französischen Kirchen auf dem Plateau d'Assy eine Madonna zu gestalten. Die Barnes-Stiftung in Merion (Pennsylvania) kaufte 1922 viele Werke Lipchitz' an. Andere Arbeiten sind in Amsterdam (Stedelijk), London (Tate), New York (Museum of Modern Art) u. a. Abb. 1133, S. 485
Lippi, Fra Filippo (Florenz um 1406 — Spoleto 1469), it. Maler; Hauptmeister der Frührenaissance in Italien. Er war vermutlich der einzige direkte Schüler MASAC-clos. Als Waisenkind kam er 1421 ins Karmeliterkloster von Florenz. In den zwanziger Jahren malte Masaccio die Brancacci-Kapelle aus; 1430, nach Masaccios Tod, wird Fra Filippo zum erstenmal als Maler erwähnt. Seine frühesten Werke, Fresken mit Szenen aus der Milderung der Karmeliterregeln, Kunst » Bedarf entstanden um 1432; sie er-härten die These, daß Filippo Schüler Masaccios war: Sie spiegeln fast ausschließlich seinen Stil wider. 1434 verließ der Malermönch das Karmel und arbeitete in Padua; die Werke sind nicht erhalten. Das erste datierte Bild, die Tarquinia-Madonna (1437; Rom, Galleria Nazionale) zeigt, daß Masaccios Wirkung allmählich nach-ließ und vom Einfluß DONATELLOS und der Flamen überdeckt wurde. Der Barbadori-Altar (Paris, Louvre), ebenfalls 1437 begonnen, repräsentiert den noch jungen Bildtypus der SACRA CONVERSAZIONE, die an Stelle des bisher üblichen Flügelaltars tritt. Beim Flügelaltar sind Hauptbild und Seitenszenen (meist mit knienden Stiftern) noch in Mittelbild und Flügel getrennt und um-klappbar, bei der Sacra Conversazione (wie sie auch Filippo komponierte) auf einem Bild vereint und die Stifterfiguren pyramidenförmig angeordnet. Die Fresken im Dom von Prato (Szenen aus dem Leben Johannes' des Täufers und des hl. Stephanus) sind wohl Filippos Hauptwerk und zeigen, wie er allmählich einen dramatischeren Stil entwickelte, auf die Bewegung Wert legte und sich damit noch weiter von Masaccio entfernte. Er hat den Prato-Zyklus 1452 begonnen, 1464 war er noch unvollendet. In diesen Jahren mußte er sich einer Anklage wegen Betrugs stellen, und auch die
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Entführung der Nonne Lucrezia und die Geburt seines Sohnes Filippino fielen in diese Zeit. Die Medici, treueste Gönner und Freunde, erreichten, daß er von seinem Gelübde entbunden werden und Lucrezia heiraten konnte, doch hat sich Filippo für diese Gunst nicht besonders dankbar erwiesen. Seine Spätwerke sind stark von religiösen Empfindungen getragen und lyrischer als die früheren; Beispiele sind die verschiedenen Darstellungen der Geburt Christi (Berlin und New York). Sein letztes Werk, die Fresken im Dom von Spoleto, Kunst » Bedarf