Kunst » Gesang » Konzert 850, S. 451. Geertgen tot Sint Jans (Leiden um 1460 — Haarlem um 1490), niederl. Maler; einer der Hauptmeister der alt-niederländischen Schule. Er war wohl ein Schüler Albert van OUWATERS, und die beiden Bilder, die sich ihm sicher zuschreiben lassen, sind zwei große Tafeln im Kunsthistorischen Museum Wien, ursprünglich die Außen- und Innenseite des rechten Kunst » Gesang » Konzert Altarflügels des ehemaligen Hochaltars im Johanniterkloster zu Haarlem, für das Geertgen arbeitete : Das Schicksal der irdischen Überreste des hl. Johannes des Täufers und Die Beweinung Christi. Die auffallende eiförmige Kopfform der Figuren macht es relativ einfach, diesen Bildern einige andere zuzuordnen, allerdings finden sich auf einem Geertgen gewöhnlich zugeschriebenen Bild in der Kathedrale von Haarlem keine typischen Merkmale. Die wichtigsten Zuschreibungen befinden sich in Amsterdam (Rijksmuseum), Berlin (Johannes der Täufer in einer Landschaft sitzend; Maria mit dem Kinde, das in der rechten Hand eine Akeleiblüte hält), Cleveland, Leipzig, Leningrad, London (National Gallery), Paris (Louvre), Prag, Utrecht u. a. Abb. 345, S. 377. Kunst » Gesang » Konzert Gelder, Aert de (Dordrecht 1645 — das. 1727) niederl. Maler; war in den sechziger Jahren ein bedeutender Schüler REMBRANDTS und setzte dessen Spätstil bis ins 18. Jahrhundert hinein fort. Er malte vor allem biblische Themen und Bildnisse. Besonders seine Szenen aus dem Alten Testament sind entscheidend von Rembrandt beeinflußt : Auch er liebte die kräftigen warmen Farben und orientalische Typen und Kostüme. Aschaffenburg und München besitzen Bilderfolgen aus dem Neuen Testament von 1715, andere Bilder befinden sich in Amsterdam, Berlin (Die Heilige Familie), Birmingham (Barber), Boston, Brighton, Chicago, Den Haag, Dordrecht, Dresden (Die Ausstellung Christi, 1671; Der Mann mit der Partisane; Die Urkunde [Esther und Mardochai]), Frankfurt, London (Dulwich), Melbourne, München (Die Judenbraut, 1684; Die Geißelung Christi; Der Gang nach Golgatha), Paris (Louvre), Providence/Rhode Island, Rotterdam, Vaduz (Sammlung Liechtenstein) und Wien. Abb. 456. S. 390. Kunst » Gesang » Konzert Gemme (Cavo-rilievo), aus der Oberfläche eines Halbedelsteins oder eines ähnlichen Materials geschnittenes Ornament (sehr oft ein Porträtprofil); das geläufigste Beispiel ist der Siegelring. Die gravierte Gemme wird Intaglio, die erhaben gearbeitete Kamee (Cameo) genannt. Genelli, Bonaventura (Berlin 1798 — Weimar 1868), dt. Maler und Zeichner ; von 1822 bis 1832 war er in Rom tätig und stand dort in Verbindung mit den NAZARENERN, die ihn beeinflußten. Wichtig sind vor allem seine KARTONS und Zeichnungen zu Kupferstichen, die sich weitgehend am Vorbild CARSTENS' orientieren. Seit 1836 arbeitete Genelli in München, seit 1859 in Weimar. Zu seinen bedeutenden Umrißzeichnungen gehören die Illustrationen zu Dantes Göttlicher Komödie (1840) und zu Homer (1844). Kunst » Gesang » Konzert Genrebild, Ölbild, das in der Regel klein im Format, weniger einen bestimmten Gegenstand, ein Motiv wieder-gibt, sondern das Alltagsleben und die dazugehörenden kleinen Dinge. Mit seinem erzählenden Stil neigt das Genrebild allerdings einerseits zum Lehrhaften, andererseits zum bloßen Konversationsstück. Wichtig ist vor allem, daß es das Leben nicht idealisieren will. Ein Anflug von Genre (vor allem in der Ausstattung, im Bei-werk) findet sich schon bei den Italienern des 14. und 15. Jahrhunderts und bei den frühen Niederländern, aber nur am Rande, denn noch steht das Religiöse unbedingt im Vordergrund, Genrehaftes hat noch keine entscheidende Bedeutung. Obwohl es auf den Werken CARPACCIOS, CARAVAGGIOS, CRESPIS und Kunst » Gesang » Konzert PIAllETTAS schon einigen Raum gewinnt, spielt das Genre bis ins 18. Jahrhundert, als es Pietro LONGHI zum Hauptgegenstand seiner Malerei machte, nur eine geringe Rolle. In den Ländern des Nordens bekommt es dagegen schon zeitig eine wichtige Funktion, z. B. auf den Stichen des HAUSBUCHMEISTERS oder den Geldwechslerbildern MAS sys' und REYMERSWAELES. Im Holland des 17. Jahrhunderts kam die Tatsache, daß es keine großen Gönner für religiöse Werke und Dekorationsmalerei gab, der Entwicklung des Genrestils sehr zugute. OSTADE und STEEN, METSU und TERBORCH, VERMEER und de Hoocn haben kaum etwas anderes gemalt, sie spezialisierten sich, jeder auf seine Weise, auf verschiedene Teilmotive, z. B. bäuerliche Szenen, Hirtenszenen, Gelage in einer Kneipe, auch elegante musikalische Zusammenkünfte und Trink-feste, auf denen der Glanz kostbarer Seidenstoffe oder auch nur prachtvolle Lichteffekte auf den Einrichtungsgegenständen zur Schau gestellt werden. I Kunst » Gesang » Konzert m 18. Jahr-hundert adelte CHARDIN in Frankreich die alltäglichsten Gegenstände durch erlesene Schönheit der Darstellung und Farbgebung. In England bevorzugte HOGARTH die lehrhafte Seite des Genres, GAINSBOROUGH wählte eine betont elegante Variante und MORLAND bäuerliche Szenen. Im 19. Jahrhundert wurden die Genrethemen zur bloßen anekdotischen Szene, so bei dem viktorianischen Maler MULREADY; die PRÄRAFFAELITEN verwischten schließlich mit ihrer Vermischung von Kostüm- und Historiendarstellung, religiösen Motiven und Themen aus dem täglichen Leben die Grenze zwischen Genremalerei und Historienmalerei. MANET, die IMPREssIo-NISTEN, RENOIR und DEGAS griffen gelegentlich Kunst » Gesang » Konzert |