sich um 1886 an SIGNACS POINTILLISMUS, zerstritt sich aber später mit Signac und vernichtete alle seine pointillistischen Werke. In der Bretagne begegnete er Klassische Literatur 1886 GAUGUIN und entwickelte einen neuen Stil (Cloisonismus) : streng flächig, in gedämpften Farben, die voneinander durch schwarze oder blaue Konturen abgesetzt sind. Von 1893 bis 1900 bereiste er Ägypten, Spanien und Italien; seine späteren Arbeiten, die oft unter einer sentimentalen Religiosität leiden, kehren zu einem konservativen Stil zurück. Im Muse d'Art Moderne in Paris hängt ein gutes frühes Bild von ihm. Abb. 991, S. 469.
Bernini, Gianlorenzo (Neapel 1598 – Rom 1680), it. Bildhauer und Architekt; sein Vater und Lehrer war Pietro Bernini, ein toskanischer Bildhauer des späten MANIERISMUS, der um 1605 nach Rom kam, um für Papst Paul V. zu arbeiten. Der junge Bernini erregte das Interesse Kardinal Scipiones, eines päpstlichen Neffen. Sein erstes bekanntes Werk, die Ziege Amalthea (um 1615, Rom, Borghese), galt lange als antike Skulptur. Mit Aeneas, Anchises und Askanius (1618–1619) versuchte er sich, wohl mit Hilfe seines Vaters, im manieristischen Stil. Die Gruppe hat keinen bestimmten Mittelpunkt, der Beschauer ist versucht, um sie herumzugehen, und so erhält ihr wechselnder Umriß, zusammen mit der gleitenden Bewegtheit und den betonten Muskeln, Adern und Gelenken, zugleich etwas Unbestimmtes und Gespanntes. Bei Neptun und Triton (1620, London, Victoria and Albert) schlägt diese Unbestimmtheit in Energie und Bewegung um, obwohl auch diese Plastik noch keinen festen Betrachterstandpunkt erlaubt. Aber bei den Bildwerken für den Kardinal (Der Raub der Proserpina, 1612-1622, David, 1623, Apollo und Daphne, 1622–1624) wählte Bernini dann einen einzigen Blickwinkel, nämlich den von vorn, und die Unbestimmtheit der Linienführung ersetzen Kraft des Ausdrucks, psychologisches Einfühlungsvermögen und feinste künstlerische Ausführung, die ihm den Ruf des größten Bildhauers seit MICHELANGELO eintrugen. Doch geht dieser Stil nicht tour auf Michelangelo und die Antike zurück, sondern auch auf die zeitgenössische Malerei, denn Berninis Verhältnis zur Antike ist durch seine Bewunderung für Annibale CARRACCI bedingt, sein Naturalismus von CARAVAGGIO angeregt und die Ausdruckskraft der Gesten und Mienen seiner Skulpturen von Guido RENI beeinflußt. Er lehnte Michelangelos Prinzip, die Figur dem Steinblock verhaftet zu lassen, ebenso ab wie die vielfältige Silhouette der Manieristen und entwickelte ein neues Konzept: die Figur in einer Bewegung, unter einem fixierten Betrachterstandpunkt, frei von den Gegebenheiten des Materials; Klassische Literatur sie greift aus ihrem eigenen Raum in den des Beschauers über und bezieht ihn so in ihre Bewegung ein. Damit legte Bernini das Fundament des BAROCK, er wurde sein Schöpfer und zugleich sein bedeutendster Vertreter. Auf seiner Suche nach einer Möglichkeit, so verschiedene Dinge wie das Göttliche, das Mystische und das Irdische auszudrücken, griff er zu weißem und buntem Marmor, zu Bronze, Stuck, Stein, Malerei und selbst zu farbigen Lichteffekten mit gefärbtem Glas; die Kombination dieser so unterschiedlichen Werkstoffe wurde von verständnislosen Kritikern oft als überladen und geschmacklos getadelt. Das beste Beispiel für dieses Zusammenspiel der Materialien sind die Vereückung der hl. Therese in der Coronaro-Kapelle (1645–1652, Rom, Sta Maria della Vittoria) und die Grabmäler der Päpste Urban III. und Alexander VII. im Petersdom. Das Alexandergrab ist eine dramatische Gruppe aus weißem und farbigem Marmor und Bronze: Der Tod (eine Bronzefigur) schreibt den Namen des Papstes in sein Buch ein. Berninis Porträtbüsten beweisen seine Fähigkeit, einen Charakter zu begreifen und zu gestalten, seine religiösen Statuen und Gruppen ein leidenschaftliches Eingehen auf die Ausdrucksformen von Geistes- und Seelenzuständen. Sein Sinn für die Einheit von Plastik und Standort macht ihn zu dem Architekten, der am eindrucksvollsten das Aufwallen religiösen Vertrauens und Klassische Literatur kämpferischen Glaubens der Gegenreformation deutlich gemacht hat. Bernini war ein schwieriger, aufbrausender Mann, aber Klassische Literatur |