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| Kunst » Kristall 1004, S. 470. Marshall, Benjamin (London 1767 — das. 1835), engl. Maler; malte vor allem Pferde- und Sportszenen. Er bereiste Italien, wurde aber vor allem von SrusBS und in seiner Pinselführung von RAEBURN beeinflußt. 1819 machte ihn ein Unfall zum Krüppel. Nebenbei schrieb er über Pferderennen und brachte es auf seinem Gebiet zum gesuchten Experten. Bilder von ihm befinden sich in London (Besitz des englischen Königshauses, Tate), San Marino/Kalif. und Toronto. Abb. 900, S. 456. Kunst » Kristall Martin, John (Haydon Bridge b. Hexham 1789 — Douglas 1854), engl. Maler; Vertreter der melodramatischen HISTORIENMALEREI des frühen 19. Jahrhunderts. Seit 1811 stellte er an der Akademie aus und wurde berühmt mit Josua befiehlt der Sonne, stillzustehen (1816). Er schuf einen großformatigen Bildtyp mit winzigen Figuren, phantastischen Architekturen und heroischen Landschaften, der wahrscheinlich die Malerei der französischen ROMANTIK beeinflußt hat. Er bevorzugte Themen wie etwa Der Untergang von Herculaneum (1822; Manchester). 1839 malte er das Krönungsbild der Königin Victoria (London, Tate Gallery). Außerdem illustrierte er 1827 Miltons »Paradise Lost«. Abb. 907, S. 457. Kunst » Kristall Martini, Simone (Siena um 1284 — Avignon 1344), it. Maler; der Hauptmeister des Trecento neben GIOTTO. Er war Schüler Duccros; in seiner Nachfolge entwickelte er aus dem Umriß der Figuren, die er in übergeordneten Linienschwüngen aufgehen ließ, den linearen Rhythmus Kunst » Kristall des Bildes und schuf die für ihn charakteristischen ausgeklügelten Farbharmonien. Er wurde auch von der Plastik Giovanni PISANOS beeinflußt, jedoch noch stärker von der Kunst der französischen Gorrx. Sein erstes Werk ist das große Fresko einer Maestä (1315, 1321 überarbeitet), das er für den Palazzo Pubblico als Gegen-stück zu Duccios großem Tafelbild im Dom malte. Es zeigt den prägenden Einfluß Duccios ebenso wie den der Gotik. Es ist das früheste Kunst » Kristall Fresko auf sienesischem Boden, das erste Bild, in dem die »maniera bizantina« überwunden und der gotische Stil rein zum Durchbruch gekommen ist. Tiefgreifender noch bestimmt die gotische Kunst sein nächstes Werk, den Hl. Ludwig von Toulouse (1317; Neapel). Zu dieser Zeit war Neapel französisches Königreich, regiert von Robert von Anjou, der nach Simone schickte und ihn beauftragte, ein Bild von ganz neuer Art zu malen. Roberts Anspruch auf den Thron von Neapel war nicht unanfechtbar, deshalb verlangte er von Simone ein großes Votivbild des neu kanonisierten heiligen Ludwig, eines Mitgliedes des französischen Königshauses, das den Augenblick dar-stellt, in dem dieser zugunsten Roberts auf die Krone verzichtet. Von da an ist Simones Kunst im wesentlichen höfische Kunst, in ihrer Feinheit und Eleganz von Frank-reich beeinflußt. Der von ihm — etwa im Pisaner Polyptychon (1320) — geschaffene Kunst » Kristall Typus der Madonna wurde traditionsbildend in der Malerei Sienas. Nicht vor 1329 malte Simone ein weiteres Fresko für den Palazzo Pubblico in Siena: Guidoriccio da Folignano, ein Gedächtnisbild zur Verherrlichung eines Sieges der Republik Siena mit dem Reiterbildnis des Feldhauptmanns in einer kahlen Panoramalandschaft, eines der frühesten Bilder dieser Art. Um 1310 ging Simone nach Assisi und malte in der Unterkirche von S. Francesco einen Freskenzyklus mit Szenen aus dem Leben des hl. Martin; diese zehn Bilder in der Martinskapelle zeigen ebenfalls den Einfluß Frankreichs und jene höfische Prachtentfaltung, die für Simone charakteristisch ist. Sein bekanntestes und wohl vollkommenstes Werk ist die für den Dom von Siena geschaffene Verkündigung (1333; Florenz, Uffizi), die er gemeinsam mit seinem Schwager Lippo Memmi (gest. 1357) gemalt hat. Lippo hat oft mit ihm zusammen-gearbeitet, aber in diesem Fall haben beide Künstler das Bild auch signiert. Das Werk in Kunst » Kristall seiner vollendeten Handhabung von leuchtendem und mattem Gold ist wohl das glänzendste Beispiel erlesener Kunst im Siena des 14. Jahrhunderts, und es ist exemplarisch für reine Linienführung und zweidimensionale Flächengestaltung, wodurch sich Simone so weit wie nur möglich von Giotto und auch von dem Sieneser Zeitgenossen Ambrogio LORENZETTI entfernt. 1340/41 ging Simone nach Frankreich. Wahrscheinlich kam er in offizieller Mission und nicht als Maler zur Kurie nach Avignon, wo der Papst im Exil regierte; in der französisch-italienischen Enklave verbrachte er den Rest seines Lebens. Hier entstand 1342 eines seiner kostbarsten Gemälde, Die Heilige Familie (die Rückkehr des zwölfjährigen Jesus nach dem Disput mit den Gelehrten im Tempel), ein in der Geschichte der Malerei ungebräuchliches Motiv; Kunst » Kristall das Bild (heute Liverpool) war vielleicht Teil eines Diptychons. In Avignon begegnete er Petrarca, mit dem er Freundschaft schloß und für den er eine Vergil-Handschrift illustrierte (Mailand, Ambrosiana). In der Kathedrale von Avignon malte er Fresken, von denen aber nur noch Bruchstücke erhalten sind. Sein Einfluß auf die französische Malerei des 14. Jahrhunderts läßt sich schwer bestimmen; aber ein Jahrhundert später, so berichtet GHIBERTI, betrachteten ihn die Sieneser als ihren größten Maler. Kunst » Kristall |