Kunst » Kuenstler Tod, in seinen Lebensbeschreibungen veröffentlicht wurde, ist der vollständigste Bericht über das Leben eines Künstlers dieser Zeit und ein Kunst » Kuenstler zuverlässiges Dokument für die Gefühle und Ansichten von Zeitgenossen über einen Mann, der mit Recht der größte Bildhauer, Maler und Zeichner, der je gelebt hat, und einer der größten Architekten und Dichter genannt werden kann. Außer den bereits erwähnten Werken ist er vor allem in Florenz vertreten: Accademia, Bargello, Casa Buonarroti — dem Haus seiner Familie, in dem Gegenstände aus seinem Besitz aufbewahrt werden —, Palazzo della Signoria; ferner in Bologna (S. Domenico), London (National Gallery, Royal Academy), Rom (Sta Maria Sopra Minerva) und Siena (Dom). Rund 500 Zeichnungen befinden sich im Besitz des englischen Königshauses, in Florenz (Uffizi, Casa Buonarroti), London (British Museum), Oxford und Paris (Bibliotheque Nationale). Abb. 189-194, S. 354f. Farbtafel 6. Kunst » Kuenstler Michelozzo, Michelozzi di Bartolommeo (Florenz 1396 — das. 1472), it. Architekt und Bildhauer; Hauptvertreter der Frührenaissance. Er war Mitarbeiter GHIBERTIS und DONATELLOS; seit 1417 arbeitete er mit Ghiberti an den Bronzetüren, von 1423 bis 1438 als Partner Donatellos : Während dieser Zeit war er für Architektur und Schmuckplastik ihrer gemeinsamen Projekte verantwortlich. Von 1446 bis 1452 leitete er die Bauarbeiten am Florentiner Dom. 1427 hatten Donatello und Michelozzo drei große Aufträge erhalten: die Monumente für den Gegenpapst Johannes XXIII. (Florenz, Baptisterium), den Kardinal Brancacci (Neapel, S. Angelo a Nilo) und Bartolommeo Aragazzi. Am Aragazzi hat Michelozzo die Hauptarbeit geleistet, Fragmente davon befinden sich in Montepulciano und im Victoria and Albert Museum, London. 1451 entstand der in Silber gegossene Hl. Johannes der Täufer für einen Silberaltar (Florenz, Dommuseum). Abb. 66, S. 333. Kunst » Kuenstler Miereveld, Michiel Jansz. (Delft 1567 — das. 1641), niederl. Maler; vor allem Bildnismaler. 1625 ist er in Den Haag nachweisbar; er war Maler des Hauses Oranien. Seine meist kleinformatigen, oft in halber Figur gemalten Porträts sind schlicht und handwerklich sorgfältig gearbeitet. Er ist vertreten in Amsterdam (Rijksmuseum), Boston, Delft, Den Haag, Köln (Weibliches Bildnis; Männliches Bildnis), London (National Gallery, National Portrait Gallery, Wallace), Manchester, New York (Metropolitan), Rotterdam u. a. Abb. 531, S. 404. Mieris, Frans d. Ä. (Leiden 1635 — das. 1681), niederl. Maler; Meister des GENREBILDES. Er war ein Schüler Gerard Dous und des Glasmalers Abraham Torenvliet, wurde 1658 Meister in seiner Heimatstadt und war mit Jan STEEN befreundet. Mieris malte in der Nachfolge Dous häusliche Szenen, Interieurs und vornehme Geselligkeiten. Bilder von ihm Kunst » Kuenstler befinden sich in Berlin (Junge Dame vor dem Spiegel), Dresden (Die Liebesbotschaft, 1671; Die Musikstunde, 1672; Die Alte mit dem Blumentopf), München (Dame vor dem Spiegel; Der schlafende Offizier im Gasthaus; Der Reiterstiefel, 1666; Selbstbildnis, 1662; Bildnis der Frau des Künstlers), Wien (Der Besuch des Arztes, 1657; Der Kavalier im Verkaufs-laden, 1660; Bildnis eines Gelehrten) u. a. Sein Sohn Willem (Leiden 1662 — das. 1747) hat ebenfalls bei seinem Vater gelernt und war Genre- und Bildnismaler. In Wien befinden sich zwei Bilder von ihm: Ein Krieger, 1683, und Eine Frau, 1684; beide sind Teile aus einer Folge der Sieben Todsünden. Dessen Sohn Frans d. J. (Leiden 1689 — das. 1763) malte in der Art seines Vaters, der auch sein Lehrer war, eben-falls Genres. Kunst » Kuenstler Mies van der Rohe, Ludwig (geb. Aachen 1886), dt. Architekt; von 1929 bis 1933 war er Direktor des BAU-HAUSES in Dessau, seit 1934 leitet er die Architekturabteilung des Illinois Institute of Technology in Chicago. Er gehört zu den bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts; er strebte eine neue, sachlich-konstruktive Bauweise an und arbeitete mit Glas, Beton und Stahl auch im Wohnungsbau. In der Weißenhofsiedlung in Stuttgart benutzte er zum erstenmal eine Stahlskelettkonstruktion für einen modernen Wohnblock (1927). Kunst » Kuenstler Mignard, Pierre, gen. Mignard le Romain (Troyes 1612 — Paris 1695), franz. Maler; bedeutender Porträtist des 17. Jahrhunderts. Er war der Hauptrivale LEBRUNS, vertrat aber im Grunde die gleichen akademischen Prinzipien wie er, war ebenfalls Schüler von VOUET, ging aber dann 1636 nach Rom. Dort blieb er bis 1657 und schulte seinen Stil an anerkannten Vorbildern wie CARRACCI, DOMENICHINO und PousSIN. Auf Befehl Ludwigs XIV. kehrte er schließlich wieder nach Paris zurück und malte 1663 das Kuppelfresko des Domes von Val-de-Gräce. Vor allem aber war er als Bildnismaler bei Hofe beschäftigt. Dabei griff er gern auf die frühitalienischen Allegorien zurück, ein gutes Beispiel für diesen Bildtypus ist die Marquise de Seignelqy als Thetis (1691; London, National Gallery). Er stand damit in scharfem Gegensatz zu den Regeln der königlichen Akademie, und trotz seiner stilistischen Eigenwilligkeiten bevorzugte er das venezianische Kolorit; das tat er vielleicht nur, um Lebrun herauszufordern. Als sein Rivale 1690 starb, wurde er premier peintre du Roi, und auf Befehl des Königs mußte die Akademie, zu der Mignard so lange in Gegensatz gestanden hatte, ihn in einer einzigen Sitzung zugleich zum Mitglied, Rektor, Leiter und Kanzler wählen. Mignard ist in den meisten Kunst » Kuenstler |