Kunstgalerie London

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Diaghileffs Ballett, 1933 entwarf er Teppichkartons und 1945 farbige Glasfenster für die Kirche von Plateau d'Assy. Bilder von ihm befinden sich in allen Museen mit Werken moderner Meister. Abb. 1026, S. 472.

Roubiliac, Louis-Fran9ois (Lyon 1702 — London 1762), franz. Bildhauer; 1718 war er in Dresden Schüler PERMosERS; um 1725 war er im Atelier Cosrous in Paris tätig; 1727 mußte er, weil er Hugenotte war, Frankreich verlassen und ging nach England. 1737 machte er sich einen Namen mit dem Denkmal Händels in Vauxhall Gardens inLondon, seit 1745 lehrte er an der St. Martin's Lane Academy. Er schuf vor allem Denkmäler und Bildnisbüsten in einem lebendigen und zugleich repräsentativen Stil; 1752 war er auch in Italien und wurde sehr von BERNINIS Werken beeinflußt. Viele Grabmäler befinden sich in der Londoner Westminster Abbey, eine Newtonstatue und eine Serie ausgezeichneter Bildnisbüsten im Trinity College in Cambridge; weitere Arbeiten in Greenwich (National Maritime Museum), Leeds, London (Besitz des englischen Königshauses, British Museum, National Portrait Gallery, Royal Academy, Victoria and Albert) u. a. Abb. 864, S. 453.

Rousseau, Henri, gen. der Zöllner (Laval 1844 — Paris 1910), franz. Maler; er begann als Dilettant in einem unmittelbaren, einfachen, oft kindlich-naiven Stil und malte große, komplizierte, sehr aufs Detail eingehende und irreale exotische Themen in starken Farben. Von 1863 bis 1867 war er Regimentsmusiker im Mexikanischen Krieg gewesen, daher kamen ihm seine phantastischen Motive, 1870/71 diente er als Sergeant im Französisch-Deutschen Krieg. Danach trat er als Zöllner in den Staatsdienst, das trug ihm seinen Beinamen »Le douanier« ein. 1880 begann er zu malen und stellte seit 1886 bei den Indopendants aus. 1908 wurde ihm zu Ehren ein Essen im Studio PICASSOS gegeben. Die Bilderkäufer und Ausstellungsbesucher seiner Zeit belächelten ihn, aber die Malerkollegen erkannten früh seine Bedeutung. Er war ein seltsamer Mensch, der zwischen Selbstüberschätzung und Kleinmut schwankte, im Jardin des Plantes die wilden Tiere studierte und in seine merkwürdig naive und doch zugleich unheimlich visionäre Bildersprache übersetzte. Theorien, Schulen, Richtungen der Kunst existierten für ihn nicht, er malte ganz ursprünglich, »mit der Liebe zum Kleinsten, mit der Einfalt eines Menschen, der im Märchen dieselbe Wahrheit und Wirklichkeit findet wie im Haus des Nachbarn, dessen Kind er zum Geburtstag malt« (Grohmann). Arbeiten von ihm befinden sich in London (Tate, Courtauld), New York (Museum of Modern Art), Paris (Louvre: Die Schlangenbändigerin, 1907), Zürich u. a. Abb. 1035, S. 473.
Rousseau, Theodore (Paris 1812 — Barbizon 1867), franz. Maler; vor allem Landschafter. Er war ein Freund von MILLEr und DIAz; 1844 ließ er sich in Barbizon nieder. Vor allem die Holländer des 17. Jahrhunderts haben ihn beeinflußt, seit 1863 interessierte er sich sehr für die japanische Kunst. Sein Hauptmotiv, der Wald um Barbizon mit alten Bäumen und Sonnenuntergängen, machte ihn berühmt. Bilder von ihm befinden sich in Boston, Glasgow, London (National Gallery, Victoria and Albert, Wallace), New York (Metropolitan), Paris

(Louvre : Am Rande des Waldes von Fontainebleau, 1855) u. a. Abb. 762, S. 439.

Rowlandson, Thomas (London 1756 — das. 1827), engl. Zeichner und Radierer; der bedeutendste Karikaturist und Sittenschilderer im England des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Er begann als Bildnis- und Landschaftsmaler, führte aber ein unregelmäßiges Leben und vertat so eine Erbschaft. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen und die Schulden zu bezahlen, zeichnete er eine Fülle populärer Blätter aus dem Leben des Volkes, daneben sozialkritische Satiren mit scharfem Blick für das Lächerliche. Er wurde Mitarbeiter an satirischen Zeitschriften; 1816 war er in Frankreich gewesen, seine fließende, blühende Umrißlinie ist mehr vom französischen ROKOKO als von der englischen Tradition beeinflußt, doch seine Kunst der Schattierung mit ihren feinen Effekten (oft im Gegensatz zu seinen handfesten Themen) ist typisch englisch. Er illustrierte auch Bücher; viele Blätter zeichnete er für den Drucker-Verleger Ackermann. Die meisten englischen Museen besitzen Arbeiten von ihm. Abb. 905, S. 457.

Rubens, Peter Paul (Siegen/Westfalen 1577 — Antwerpen 1640), Hauptmeister des flämischen BAROCK. Seine Eltern stammten aus Antwerpen; 1589 kehrte die Familie aus Deutschland dorthin zurück. 1591 wurde er auf sechs Monate Schüler eines Landschaftsmalers namens Verhaecht, der in Italien gewesen war und zu den ROMANISTEN zählte. Anschließend arbeitete er vier oder fünf Jahre lang in der Werkstatt Adam van NOORTS und dann, bis 1599, bei dem gelehrten und weitgereisten Otto van VEEN. 1598 wurde er in die GILDE auf-genommen, 1600 ging er nach Italien und wurde Hofmaler Vincenzo Gonzagas, des Herzogs von Mantua. 1603 begleitete er eine Gesandtschaft, die Pferde und Gemälde von Mantua zu Philipp III. von Spanien nach Madrid bringen sollte, und so hatte er Gelegenheit, die Werke TIZIANS und RAFFAELS in der Königlichen Sammlung