nackten Gestalten. Er ist mit seinem Hauptwerk, dem Bethlehemitischen Kindermord von 1590, im Rijksmuseum, Amsterdam, vertreten, außerdem in Haarlem, Den Haag u. a. Kunst » Kunstgeschichte Cornelius, Peter von (Düsseldorf 1783 — Berlin 1867), dt. Maler; studierte an der Düsseldorfer Akademie und kam 1811 nach Rom. Hier arbeitete er bis 1819 mit OvERBECK und den NAZARENERN zusammen. Dann kehrte er nach Deutschland zurück und wurde Haupt der sogenannten Münchner Schule; sie wollte vor allem die monumentale Freskenmalerei wiederbeleben. Seit 1841 arbeitete er, von einigen Romreisen abgesehen, in Berlin. Stilistisch Kunst » Kunstgeschichte steht er zwischen KLASSIK und ROMANTIK, seine Palette ist meist etwas kühl und akademisch, vor allem im Spätwerk. Seine meisten Arbeiten sind in München (die Fresken in der Glyptothek wurden im zweiten Weltkrieg vernichtet; ein riesiges Jüngstes Gericht von 1836—1839 befindet sich in der Ludwigskirche). Abb. 612, S. 414. Corot, Jean-Baptiste-Camille (Paris 1796 — das. 1875), Kunst » Kunstgeschichte franz. Maler; einer der bedeutendsten Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Er lernte seit 1822 bei den Klassizisten Michallon und Bertin; 1825 reiste er durch die Schweiz nach Italien und blieb dort zwei Jahre, zumeist in oder in der Umgebung von Rom. Hier widmete er sich der Freiluftmalerei und entwickelte in ersten Landschaftsbildern seinen eigenen Stil, indem er Licht, Form und räumliche Entfernung in fein abgestufte Ton-werte umsetzte und auf Zeichnung und Farbe als Kunst » Kunstgeschichte Mittel der Komposition weitgehend verzichtete. Diese neue Auffassung verband ihn mit MICHEL, den er kannte. Aber er ging nie so weit, die überlieferten klassischen oder religiösen Themen aufzugeben, vielmehr gebrauchte er sie als Vorwand, um seine ungewöhnliche Auffassung zum Ausdruck zu bringen. Deshalb wirken diese sorgfältig komponierten Landschaften weniger unmittelbar und spontan, als seine Skizzen nach der Natur. Corot bereiste zwischen 1827 und 1834 Frankreich, 1834 und 1843 war er für einige Monate wieder in Italien. Seine Reiseeindrücke halten seine Zeichnungen, die pochades, fest, sie sind klein im Format, sehr frei in der Auf- Kunst » Kunstgeschichte fassung, exakt in der Tongebung und in frischen Farben gehalten. In den frühen fünfziger Jahren hatten sich die offiziellen Maßstäbe und der Geschmack des Publikums gewandelt, vielleicht auch deshalb, weil Corot für die im SALON aus-gestellten Bilder einen verschwommenen, unbestimmten, poetisierenden Stil entwickelt Kunst » Kunstgeschichte hatte, der sich sehr von der Unmittelbarkeit und Schärfe des Beobachtens unter-scheidet, die seine Skizzen auszeichnen. Diese etwas ungegliederte Behandlung der Landschaft oder der Bäume in sanften Silber- und Grautönen wurde sehr beliebt, alle späteren Werke Corots hatten einen ungeheueren Erfolg. Seine letzten Bildnisse und Studien zu Figuren sind frei von dieser etwas verwischten, den IMPRESSIONISTEN angenäherten Malweise; sie zeigen, wie sich der siebzigjährige Corot die Ideen der Jüngeren, z. B. CouRBETS oder MANETS, zu eigen gemacht hat. Enger Kontakt Kunst » Kunstgeschichte verband ihn mit der jüngeren Generation; er setzte seinen Einfluß ein, um die Jury des Salons zu milderen Urteilen über die Bilder von Künstlern zu bewegen, die nicht an der Akademie arbeiteten. Corot war ein sehr einfacher, großzügiger Mann und ganz besonders wohltätig; so unterstützte er z. B. den erblindeten DAUMIER, die Witwe MILLETS und gab selbstlos für die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges. Zugeschriebene und gesicherte Werke finden sich in fast allen Museen der Welt. Die Arbeiten von Caruelle d'Aligny und Edouard Bertin, die ihn 1825—1827 in Rom bei seinen Streifzügen begleitet haben, sind sehr oft mit den seinen verwechselt worden. Abb. 750, 757, 764, S. 437, 439. Kunst » Kunstgeschichte
Correggio, Antonio, eigentlich Allegri (Correggio/ Emilia 1489 oder 1494 — das. 1534), it. Maler; bedeutendster Meister der Schule von Parma. Sein Stil wurde Kunst » Kunstgeschichte wegbereitend für das BAROCK, seine weiche Malweise weist auf das französische 18. Jahrhundert voraus. Seine frühesten Werke sind an so gegensätzlichen Malern wie MANTEGNA (als dessen Schüler er gilt) und LEONARDO, der alle lombardischen Maler des frühen 16. Jahrhunderts beeinflußte, geschult. Von Leonardo ausgehend, dessen HELLDUNKEL und SFUMATO (Verschleierung der Um-risse) er ebenso übernahm wie dessen Verkürzungen und kühne Diagonalwirkungen, entwickelte er den sanften, malerischen Stil, den Kritiker des 18. Jahrhunderts als »morbidezza« rühmten. Diese Kunst » Kunstgeschichte Weichheit, die sich in Werken wie z. B. den Hll. Placidus und Flavia (Parma) mit kräftiger barocker Bewegung und Empfindung verbindet, ist für all seine Ölbilder charakteristisch (z. B. Die Heilige Nacht in Dresden) und verleiht besonders seinen mythologischen Darstellungen eine zarte, sinnliche Atmosphäre (Jupiter und lo in Wien und Leda mit dem Schwan in Berlin). Seine Fresken zeigen stilistisch eine auffallende Ähnlichkeit mit denen MICHELANGELOS und RAFFAELS, daß man fast sicher schließen kann, er sei vor 1520 in Rom gewesen. 1514 ist er zum erstenmal als Maler erwähnt; um Kunst » Kunstgeschichte 1518 entstanden seine ersten Fresken — er schuf die Ausstattung der Camera di S. Paolo in Parma —, bei denen deutlich Anleihen an Mantegnas Perspektivkunst (Mantuaner Fresken und die Madonna 57 Cortona Cotes della Vittoria) und an Leonardo zu erkennen sind. Weitere Fresken malte Correggio in Parma in den Kuppeln von S. Giovanni Evangelista (1520—1523) und im Dom (1522 beurkundet, aber vermutlich 1526—1530 Kunst » Kunstgeschichte |