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Kunst » Kupferstiche französischen Museen vertreten; weitere Werke befinden sich u. a. in Berlin (Bildnis der Nichte des Kardinals Mazarin, Maria Mancini), Köln (Lothar Franz von Schönborn, Kurfürst und Erzbischof von Mainz), im Besitz des englischen Königshauses und in der National Portrait Gallery, London. Abb. 697, S. 430.
Millais, John Everett (Southampton 1829 — London 1896), engl. Maler; Gründungsmitglied und Hauptvertreter der PRÄRAFFAELITEN. 1840 studierte er an den Schulen der Royal Academy, 1848 gründete er gemeinsam mit HuNT und RossETTI die Pre-Raphaelite Brotherhood, 1853 wurde er in die Akademie aufgenommen. Millais entwickelte sich zu einem glänzenden, technisch brillanten akademischen Maler, der sich vornehmlich dem Historien- und Kostümbild sowie dem Porträt widmete. Später wurde er realistischer, malte gelegentlich auch Genreszenen und verstieß damit gegen die von ihm selbst aufgestellten Regeln der Präraffaeliten; er wurde Präsident der Akademie und erhielt den Adelstitel. Arbeiten von ihm befinden sich in Cambridge (Fitzwilliam), Birmingham, Liverpool, London (Tate, National Portrait Gallery, Guildhall), Manchester und Oxford. Abb. 948, S. 462. Farbtafel 28.
Milles, Carl (Lagga b. Uppsala 1875 — Lindingö 1955), schwed. Bildhauer, einer der bedeutendsten Künstler Schwedens und einer der berühmtesten Bildner seit RODIN, unter dessen Einfluß er anfänglich stand. 1897 wollte er nach Chile auswandern, kam aber nur bis Paris, und hier blieb er acht Jahre lang. Im Unterschied zu Rodin hatte er eine große Neigung zur Architektur; seine besten Arbeiten sind Brunnenanlagen, deren

Figuren im Zusammenspiel mit Wasser und Licht Teil eines architektonischen Ganzen sind. Viele Werke von ihm sind in Amerika, wo er bald berühmt wurde. Später nahm sein Stil monumentale, klassische Züge an. Zahl-reiche Denkmäler, Brunnen und Gruppen befinden sich in Schweden (Sitzbild Gustav Wasas, Stockholm). Abb. 1120, S. 485.
Millet, Jean-Frafflis, genannt Francisque (Antwerpen 1642 — Paris 1679), niederl. Maler und Radierer; Landschaftsmaler. Seit 1659 arbeitete er in Paris und malte Landschaften in der Nachfolge Gaspard PousslNs.
Millet, Jean-Fran9ois (Gruchy b. Greville 1814 — Barbizon 1875), franz. Maler und Graphiker; bedeutender Meister des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Er war Sohn bäuerlicher Eltern, lernte zunächst bei einem ortsansässigen Maler in Cherbourg und dann, 1837, bei DELAROCHE in Paris. Zunächst malte er Schäferszenen im Stil des 18. Jahrhunderts und erotische Aktbilder, doch wandte er sich bald auch der Porträtkunst zu. DAUMIER hat dann offensichtlich entscheidend auf ihn gewirkt, 1848 stellte er im Salon eine Darstellung aus dem bäuerlichen Alltag aus : Der Erdeträger (das Bild ist zerstört, zwei Repliken besitzt der Louvre). Seit etwa 1850 bevorzugte er mehr und mehr solche Motive; man verdächtigte ihn, den Sozialisten nahezustehen; 1850 reichte er im Salon das Bild Der Sämann ein. 1849 ging er nach Barbizon, blieb für immer dort und malte Bauern bei ihrer Arbeit (Ährenleserinnen, 1857; Louvre), einfache Landschaften und ein paar Seestücke. Sein Stil wurde immer realistischer, nur eines seiner berühmtesten Bilder, Das Abendgebet (L'Angelus) im Louvre aus den Jahren 1857—1859, ist gefühlvoll und fast romantisch verklärt. Er ist in vielen französischen Museen gut vertreten, außerdem in Berlin (Novemberabend, 1870), Boston, Cardiff, Edinburgh, Glasgow, Kopenhagen, London (National Gallery, Victoria and Albert) und Wien. Abb. 755, S. 438.
Miniatur, ein sehr kleinformatiges Gemälde, gewöhnlich ein Porträt in Gouache oder Wasserfarbe. Die Miniaturisten des 16. Jahrhunderts, z. B. HILLIARD und OLIVER, benutzten in der Regel Deckfarbe und malten auf Spielkarten oder Schreibpergament, ein Material, das auch die mittelalterlichen Buchmaler verwendet haben. Dieser allegorische oder symbolische Porträttyp läßt sich unmittelbar auf die Buchmalerei des Mittelalters zurückführen. Im 17. Jahrhundert, etwa bei COOPER, schloß sich die Porträtminiatur eng an die zeitgenössische Ölmalerei an (die Miniaturisten benutzten dann auch gelegentlich Öl, meist auf Metall). Das 18. Jahr-hundert brachte eine Wende mit der Einführung von Elfenbein als Malgrund, der weiß schimmerte und vor allem für durchsichtige Wasserfarbenmalerei gut geeignet war. COSWAY hat in dieser Technik gemalt. Farbtafeln 51, 52.
Mino da Fiesole (Poppi um 1429 — Florenz 1484), it. Bildhauer; Meister der Frührenaissance in Florenz. Er gilt als Schüler Desiderio da SETTIGNANOS, ist 1454 in

Rom nachweisbar und arbeitete hier in verschiedenen Kirchen. Seine wichtigsten Grabmonumente sind in Florenz und Fiesole, u. a. das Grabmal des Bernardo Giugni von 1469 bis 1481 in Florenz (Badia), das seine feine, virtuose Marmortechnik zeigt und das den Einfluß, den die Antike auf ihn hatte, erkennen läßt. Daneben entstanden einige ausdrucksvolle Porträtbüsten; die früheste und beste ist die Büste des Niccolä Strozzi (1454; Berlin). Andere Arbeiten von ihm befinden sich in Florenz (Bargello), London (Victoria and Albert), Paris (Louvre) und Washington (National Gallery). Abb. 86, 92, S. 336 f.
Mirö, Joan (geb. Montroig 1893), span. Maler; Hauptmeister des SURREALISMUS. Er lebte eine Zeitlang in Amerika, nahm 1925 an der ersten Surrealistenausstellung teil und gilt, zusammen mit DALI, als der Kunst » Kupferstiche