Kunst » Maler Den Haag, Dresden (Selbstbildnis mit seiner Frau im Wirtshaus, 1661; Der Geflügelverkäufer, 1662; Die Dame mit dem Klöppelkissen), Florenz (Uffizi), Kapstadt, Leningrad, London (Besitz des englischen Königshauses, National Gallery, Wallace), Montpellier, München (Die Köchin), New York (Metropolitan), Oxford, Paris (Louvre), Rotterdam, Stockholm, Venedig, Washington (National Gallery) und Wien (Kunsthistorisches Museum: Dame mit Offizier; Akademie). Abb. 512, S. 401.
Metzinger, Jean (geb. Nantes 1883), franz. Maler; wichtigster Vertreter und Theoretiker des KUBISMUS. Gemeinsam mit GLEIZES veröffentlichte er 1912 »Du Cubisme«, das erste Dokument der Bewegung. Für seine Bilder benutzte er den flächigen Stil und die leuchtenden Farben der Kubisten. Abb. 1047, S. 475. Kunst » Maler
Mezzo-Rilievo, siehe RELIEF. Michel, Georges (Paris 1763 — das. 1843), franz. Maler; Landschafter. Er war am Louvre Konservator vor allem der holländischen Gemälde, und die Kunst des 17. Jahrhunderts in Holland hat ganz offensichtlich seinen eigenen Stil beeinflußt. Selten nur hat er Paris verlassen, denn er war der Meinung, daß jeder Künstler im kleinsten Umkreis alle Themen finden könne, die er brauche. Michels einfache Landschaften, stimmungsvolle Winkel und Gassen, stürmische Himmel, gänzlich unidealisierte Felder und Heidegegenden beruhen ausschließlich auf der Beobachtung der Natur, dem Verfahren der Schule von BARBIZON. Seine Vorliebe für Ton-in-Ton- Kunst » Maler Malerei an Stelle einer größeren Farbskala verbindet ihn mit COROT. Er ist vertreten in Besan5on, Berwick-on-Tweed, Cambridge (Fitzwilliam), Edinburgh, Glasgow, Hannover, Leningrad, London (National Gallery, Victoria and Albert), Paris (Louvre), Straßburg u. a. Abb. 759, S. 439. Michelangelo Buonarroti (Caprese im Casentino 1475 — Rom 1564), it. Maler, Bildhauer, Architekt und Dichter. Sein Vater war Bürgermeister in Caprese bei Florenz, wenige Wochen nach Michelangelos Geburt siedelte die Familie nach Florenz über, und 1488 wurde er, nachdem er den Widerspruch der Eltern besiegt hatte, bei Domenico GHIRLANDAIO Kunst » Maler in eine auf drei Jahre geplante Lehre gegeben. Diese Tatsache hätte er später gern verheimlicht, wahrscheinlich, weil er die Allgemeinheit glauben machen wollte, daß er nie eine gewöhnliche Werkstatt durchlaufen habe; denn gerade er setzte sich mehr als irgendeiner dafür ein, daß die Künste ein geistiges Metier, kein gemeines Handwerk seien, als welches sie bis dahin betrachtet wurden. Tatsächlich blieb er nur sehr kurz bei Ghirlandaio, denn vermutlich noch in dem Jahr, in dem er die Lehre begonnen hatte, wurde er in die neugegründete Schule im Medicigarten übernommen, die BERTOLDO leitete und die unter der unmittelbaren Obhut von Lorenzo de' Medici, I1 Magnifico, stand. Dennoch war es Ghirlandaio, der ihn in die Freskotechnik eingeführt hatte, und in seiner Werkstatt fertigte er vermutlich auch die Zeichnungen nach berühmten Florentiner Meistern der Vergangenheit an, Kopien nach GIOTTO und MASACCIO (Paris, München, Wien). 1492 starb sein Gönner Lorenzo, in den nächsten Kunst » Maler Jahren wurde die Medicifamilie vertrieben, Savonarolas religiöse Diktatur beherrschte Florenz. Michelangelo floh vor all diesen Krisen und Umwälzungen nach Bologna und ging 1496 nach Rom. Hier entstanden seine ersten Meister-werke, der Bacchus (Florenz, Bargello) und die Pietä im Petersdom, die um die Jahrhundertwende vollendet war. Es ist ein vollkommenes und harmonisches Werk; Michelangelo bewies mit ihm, daß er die menschliche Anatomie und die Gesetze des Faltenwurfs ganz beherrschte, und vor allem löste er das Problem, die Gestalt eines ausgewachsenen Mannes (die Christusfigur) fast horizontal in den Schoß der Frau zu betten, indem er dem Ganzen die Form einer Pyramide gab: Mit diesem Werk hat er all das verwirklicht, was die Bildhauerkunst des 15. Jahrhunderts anstrebte. Die Pietä begründete seinen Ruhm, 1501 kehrte er als bekannter Bildhauer nach Florenz zurück und blieb dort bis 1509. Es waren ungemein produktive Jahre: 1501—1504 meißelte er den gewaltigen David (Accademia, eine Kopie auf der Piazza della Signoria), die Brüsseler Madonna (Brüssel, Notre-Dame), er begann mit der Apostelserie für den Dom, die 1503 bei ihm in Auftrag gegeben worden war (er hat sie nie vollendet, der Hl. Matthäus in der Accademia ist Kunst » Maler die einzige der Figuren, die er skizzierte); daneben malte er die Heilige Familie, einen Tondo (Tondo Doni, Florenz, Uffizi). Nach der Vollendung des David im Jahr 1504 machte er sich an den Entwurf für ein Wandgemälde im Rathaus der neuen florentinischen Republik als Pendant zu einem Fresko, das LEONARDO malen sollte. Beide Künstler haben den Auftrag nicht erfüllt, der Plan, die beiden bedeutendsten Maler ihrer Zeit gemeinsam das Rathaus ihrer Geburtsstadt aus-gestalten zu lassen, blieb unausgeführt. Von Michelangelos Fresko (er sollte die Schlacht von Cascina dar stellen sind nur Bruchstücke des KARTONS und Kopien auf alten Kupferstichen erhalten geblieben, doch war der Karton offenbar in Originalgröße entworfen. Er wurde unter dem Namen Die Badenden bekannt und war lange Zeit Studienobjekt für jeden jungen Künstler in Florenz, denn Michelangelo stellte hier den nackten menschlichen Körper als Ausdrucksmittel aller Gefühle, die ein Maler nur beschreiben kann, dar und übte damit Kunst » Maler |