Kunst » Malstile bedeutendste surrealistische Maler Spaniens. Gelegentlich machen sich abstrakte Tendenzen bei ihm bemerkbar, obwohl er sagte: »Für mich ist eine Form nie abstrakt, sondern immer das Zeichen für etwas. Es ist immer ein Mann, ein Vogel oder ähnliches. Malen ist für mich niemals Form um der Form willen.« 1932 entwarf er ein Ballett mit dem Titel » Jeux d'Enfants« (Kinderspiele); Arbeiten von ihm in verschiedenen amerikanischen Museen, in London (Tate), Paris (Mus& d'Art Moderne) u. a. München besitzt eine Komposition in Braun und Weiß, 1927. Abb. 1083, S. 480. Farbtafel 38. Mobile, eine besondere Variante der Plastik, die CALDER im Jahr 1932 erfunden und der DucHAMP den Namen gegeben hat. Ein Mobile besteht aus hölzernen Formen oder Metallplättchen, die mit Draht, Schnur oder dünnen Stangen miteinander verbunden sind; die geringste Berührung bringt sie in Drehung, wie ein Planetarium, und so bietet sich ein ständig wechselnder Anblick von Körpern, Flächen und Farben im dreidimensionalen Raum. Im Kunstgewerbe kamen in den fünfziger und sechziger Jahren Mobiles sehr in Mode. Abb. 1141, S. 486. Mocchi, Francesco (Montevarchi b. Florenz 1580 — Rom 1654), it. Bildhauer; Vertreter des frühen BAROCK. Seine Verkündigungsgruppe im Dom von Orvieto (1609 voll-endet) gilt als die erste Barockplastik in Italien. Weitere Hauptwerke sind die beiden Reiterdenkmäler des Ranuccio und des Alessandro II. Farnese in Piacenza (1612—1625). Am bekanntesten wurde seine Hl. Veronika im Petersdom zu Rom (1629—1640; siehe BoLGI). Abb. 266, S. 365. Modellieren. Das plastische Formen mit der Hand oder einem Modellierholz aus einem weichen, noch formbaren Stoff, meist aus Modellierton oder Wachs, im Gegensatz zum Schnitzen oder zur Bildhauerei. Modello, Modelletto. Italienische Bezeichnungen für die kleinere Ausfertigung eines großen Bildes, aber noch nicht direkt eine vorbereitende Skizze. Sie wurde dem künftigen Auftraggeber oder der Kommission vorgelegt, bevor sie eine Arbeit endgültig vergaben. Viele solcher Entwürfe, häufig vollkommene Kunstwerke, sind überliefert, z. B. von TIEPOLo. Siehe auch BozzETTO. Abb. 298, S. 368. Farbtafel 11. Modersohn, Otto (Soest 1865 — Rothenburg 1943), dt. Maler; er studierte an der Düsseldorfer Akademie und in Karlsruhe; seit 1889 arbeitete er in Worpswede und wurde Mitbegründer der Worpsweder Künstlerkolonie. 1908 ließ er sich in Fischerhude bei Bremen nieder, 1901 hatte er die Malerin Paula MODERSOHNBECKER geheiratet. Sein Euvre besteht vor allem aus herb-stimmungsvollen Landschaften aus der Umgebung von Worpswede. In der Kunsthalle Bremen ist er gut vertreten; auch in Dresden (Das alte Haus in Worpswede, 1897), Essen, Hannover, München, Weimar u. a. befinden sich Bilder von ihm. Modersohn-Becker, Paula (Dresden 1876 — Worpswede 1907), dt. Malerin; eine Wegbereiterin des Ex-PRESSIONISMUS. Von 1896 bis 1898 studierte sie in Berlin und schloß sich dann der Künstlerkolonie in Worpswede bei Bremen an. 1900, 1903, 1905 und 1906 besuchte sie Paris und wurde von GAUGUIN und den FAUVES (ihre erste Ausstellung war 1905) beeinflußt. Sie malte Bildnisse, Stilleben, Blumen, Kinderbilder und gelegentlich auch Interieurs in vereinfachten Formen und kräftigen, klaren Farben. Mit Rainer Maria Rilke war sie befreundet, er schrieb ihre Biographie, sie malte sein Porträt (Privatbesitz); Bilder von ihr in Bremen, Essen, Hamburg (Alte Bäuerin), Köln (Worpsweder Landschaft; Das blinde Schwesterchen; Selbstbildnis; Stilleben mit Melone), München (Kinderakt mit Goldfischglas) und anderen deutschen Museen. Abb. 1011, S. 471. Modigliani, Amedeo (Livorno 1884 — Paris 1920), it. Maler; wegen seines haltlosen Lebenswandels wurde ihm der Beiname »le peintre maudit« gegeben. Er stammte aus einer vornehmen jüdisch-italienischen Familie, lernte zunächst in Italien und ging 1906 nach Paris. Hier blieb er für den Rest seines Lebens und arbeitete zunächst in enger Anlehnung an TOULOUSE-LAUTREC; sein Cellospieler von 1910, mit dem er bekannt wurde, zeigt aber schon seinen individuellen Stil, den die Negerplastik so-wie CEZANNE und PICASSO und vor allem das italienische Erbe geprägt haben. Er war ein glänzender Zeichner, und auf all seinen Bildern finden sich Anklänge an Bor-TICELLI, die Sieneser des TRECENTO und manche MANIERISTEN; sie weisen ihn als den bedeutendsten Maler Italiens im 20. Jahrhundert aus. Er reduzierte auf Ölbildern und Graphiken die Linien auf einfachste Formen und zog sie in einer für ihn charakteristischen Weise in die Länge, ohne sie eigentlich zu deformieren. Sein Leben endete tragisch, er trank, war rauschgiftsüchtig und immer in Liebeshändel verstrickt. »Ich werde mich zu Tode saufen«, hatte er selbst prophezeit. Bilder und auch plastische Werke von ihm befinden sich in Buffalo, Chicago, Detroit, London (Tate, Victoria and Albert, Courtauld), New York (Museum of Modern Art), Paris (Musee d'Art Moderne), Philadelphia, Washington (Phillips), Zürich u. a. Abb. 1076, S. 479. Moholy-Nagy, Läszlö (Bacsbarso 1895 — Chicago 1946), ungar. Maler, Zeichner und Bildhauer; Vertreter der abstrakten Kunst. Er studierte nach dem ersten Welt krieg in Berlin, wurde 1923 Lehrer am BAUHAUS, kam 1928 nach Berlin zurück und emigrierte 1934 nach Amsterdam. Von 1935 bis 1937 lebte er in London, ließ sich dann in Chicago nieder und begründete 1937 »The Kunst » Malstile |