Kunst » Modeschmuck New Bauhaus« (später Institute of Design). Bedeutend war er als Lehrer, Schriftsteller und experimentierender Künstler, der sich an allen möglichen neuen Materialen versuchte, z. B. Plexiglas oder Metalle; er benutzte, ähnlich wie die Konstruktivisten, Techniken aus dem Bereich der Industrie. So entwickelte er einen sogenannten »Licht-Raum-Modulator«. 1919 stand er unter dem Einfluß MALEVICHS, in den frühen zwanziger Jahren hatte er Verbindung mit dem SUPREMATISMUS, dem KONSTRUKTIVISMUS, De STIJL und den DADAISTEN. Am Bauhaus gab er die »Bauhausbücher« heraus; er schuf Entwürfe für Film und Bühne (darunter für H. G. Wells die Ausstattung zu »Shape the Things to Come« in London); sein letztes zu Lebzeiten erschienenes Buch hieß »The New Vision«. Werke von ihm sind in Harvard, Köln (Auf weißem Grunde, 1923), München (KI V, 1922) und New York (Guggenheim). Abb. 1142, S. 486. Molenaer, Jan Miensz oder Miense (Haarlem um 1609/10 — das. 1668), niederl. Maler; Genremaler. Seit 1629 ist er als tätig nachweisbar, 1639 heiratete er Judith LEYSTER und arbeitete in Haarlem und Amsterdam. Seine frühen Werke stehen (wie auch die Bilder seiner Frau) sehr unter dem Einfluß von Frans HALS; die späteren nähern sich den Genreszenen in der Art des Adriaen van OSTADE. Er ist vertreten in Amsterdam, Berlin, Boston, Brüssel, Den Haag, Frankfurt (Städel), Haarlem, London (National Gallery), Stockholm und Wien. Abb. 510, S. 400. Monaco, Lorenzo, siehe LORENZO. Mondrian, Piet (Ammersfoort 1872 — New York 1944), holl. Maler; Mitbegründer der ABSTRAKTEN MALEREI. 1911 kam er nach Paris und in Kontakt mit kubistischen Strömungen. 1914 kehrte er nach Holland zurück, lebte von 1919 bis 1938 wieder in Paris, dann in London und seit 1940 in New York. Er trieb die Abstraktion bis zum Außersten (sie wurde als Neo-Plastizismus bekannt) und reduzierte die Formen zu rein geometrischen Linien und Figuren. So setzte er etwa Rechtecke in ein horizontales oder vertikales Achsensystem und hielt sie in reinen Primärfarben, weiß, schwarz oder grau. Diesen asketischen Gebilden (Komposition mit Rot, Gelb und Blau, 1927) gab er manchmal sehr lebendige Titel, z. B. Boogie-Woogie. Außerdem war er ein einflußreicher Schriftsteller (häufig in De STIJL). Sein theoretisches Manifest ist das 1937 erschienene Buch »Realite naturelle et realite ab-strafte«. Abb. 1086, S. 481.
Monet, Claude (Paris 1840 — Giverny 1926), franz. Maler; Mitbegründer und Hauptmeister des IMPRESSIONISMus. Er hielt sich am längsten und konsequentesten an die Prinzipien der Bewegung: die treue Wiedergabe des Sichtbaren, die Malerei unmittelbar vor dem Modell oder Bildgegenstand und, wenn nötig, im Freien. CZANNE soll von ihm gesagt haben: »Er ist nur Auge, aber mein Gott, was für ein Auge«, und diese Bemerkung trifft genau zu, er suchte die Impression, das Erscheinungsbild, und vergaß darüber gelegentlich die Form. Monet kam jung nach Le Havre, begegnete dort BouDIN, und dieser überredete ihn, Landschaftsmaler zu werden. Das war um 1856/58. Um diese Zeit kaufte er die ersten japanischen Drucke, die gerade neu nach Europa gekommen waren. 1859 ging er zum Studium nach Paris, traf hier im Atelier Suisse PISSARRO, war von 1860 bis 1862 als Soldat in Algerien, begegnete dort JONGKIND und wurde von ihm wesentlich beeinflußt. Er kehrte nach Paris zurück und kam dort in Kontakt mit den meisten wichtigen Künstlern seiner Zeit, 1862 mit BAZILLE, SISLEY und RENOIR, 1864 mit COURBET, 1865 mit Cdzanne und WRISTLER und 1866 schließlich mit MANET, dessen Bilder er immer sehr bewundert hatte. In den folgenden Jahren lebte er in großer Armut. Um nicht als Soldat am Französisch-Deutschen Krieg teilnehmen zu müssen, ging er 1870 nach London, malte dort einige Ansichten, besuchte 1871 gemeinsam mit Pissarro die Museen und lernte die Werke TURNERS und CONSTABLES kennen. Seinen eigenen Worten nach haben sie ihn allerdings nicht sehr beeindruckt. Über Holland reiste er zurück nach Paris, besuchte 1872 Le Havre und malte zwei Ansichten mit dem Titel Impression; eines davon wurde 1874 auf der ersten Impressionistenausstellung gezeigt, und von ihm leitet sich der als spöttische Bezeichnung gemeinte Name der Bewegung her. Während der siebziger und achtziger Jahre wurde Monet nach und nach bekannt, und für die noch vor ihm liegenden dreißig Lebensjahre galt er von nun an als der bedeutendste und größte impressionistische Maler. Um 1890 fing er an, ganze Serien von einem einzigen Motiv zu verschiedenen Tageszeiten zu malen, um die wechselnde Stimmung einzufangen: zuerst die Pappeln, dann die Heuschober, später, 1892-1895, die Kathedrale von Rouen, die Themsebilder (1899—1904), die er nachweislich in Frankreich vollendet hat, womit er das Prinzip, aus-schließlich nach der Natur zu arbeiten, aufgab, die zweite Londonserie von 1905 und Venedig 1908. Die berühmteste Serie dieser Art sind die Seerosen, die er in seinem von ihm selbst sorgfältig angelegten Garten gemalt hat. Dieses Motiv hat er immer und immer wiederholt; die bedeutendsten Darstellungen sind die 'sehr großen Formate, die 1916 begonnen und bis zu seinem Lebensende von ihm zurückgehalten wurden. Sie hängen im Jeu de Paume in Paris. Die schimmernden Farbflecke, fast ganz ohne Form, sind als der Beginn der abstrakten Kunst oder doch einer Kunst » Modeschmuck |