Kunst » Museen her, die im Stil völlig verschieden von den Produkten dieser Art in der viktorianischen Epoche waren. Er begründete damit einen ganz neuen Dekorationsstil, der in manchem ein Vorläufer des JUGENDSTILS ist. Abb. 951, S. 463.
Morse, Samuel (Charlestown/Mass. 1791 — New York 1872), amerik. Maler; der erste Präsident der National Academy (1826) und Erfinder des elektromagnetischen Schreibtelegraphen. 1810 ging er nach London, lernte bei ALLSTON und WEST, stellte an der Royal Academy einen Herakles aus und kehrte 1815 wieder nach Amerika zurück. Hier malte er vor allem Bildnisse, nach der Erfindung des Morsetelegraphen im Jahre 1832 gab er das Malen fast ganz auf. Abb. 851, S. 451.
Mosaik. Eine der ältesten und dauerhaftesten Formen des Wandschmucks, von den frühesten Zeiten bis zum 13. Jahrhundert in ständigem Gebrauch. Erst im 13. Jahr-hundert wurde das Mosaik weitgehend vom FRESKO und ähnlichen Techniken der Wandmalerei abgelöst, die weniger aufwendig und einem realistischen Stil an-gemessener sind. Die Mosaiktechnik ist sehr einfach, aber mühsam: Nach einem KARTON wird ein kleiner Teil der Wand mit Zement beworfen. Zuvor hat der Künstler kleine Würfel (sogenannte tesserae) aus farbigen Steinen, Marmor oder buntem oder goldenem Glas gehauen, und diese werden auf den Zement gesetzt. Die frühesten Mosaikkünstler achteten sehr darauf, daß diese tesserae nicht ganz glatt und gleich hoch waren, denn auf einer unebenen Fläche konnte sich das Spiel des Lichts besser und differenzierter entfalten. Die Kuppeln, Apsiden und Wände der frühen christlichen und byzantinischen Kirchen waren meistens mit Mosaiken in schimmerndem Goldglanz und mit feierlichen Figuren geschmückt. Die glänzendsten Beispiele finden sich in Ravenna und in Rom, Venedig und Sizilien, außerdem in Griechenland. Eine besondere Form ist das Fußbodenmosaik, das vor allem in der Antike für Häuser und Innenhöfe häufig verwendet wurde. Farbtafel 39.
Moser, Lukas (tätig 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts), dt. Maler; er ist nur durch einen Altar mit Szenen aus dem Leben der hl. Magdalena in der Tiefenbronner Kirche bei Pforzheim bekannt, der 1431 datiert und mit des Meisters vollem Namen bezeichnet ist: »Lucas Moser, maler von Wil (d. i. Weil der Stadt in der Nähe von Tiefenbronn), meister des werx, bit got vir in.« Daneben die Inschrift mit dem berühmt gewordenen Text: »Schri, kunst, schri und klag dich ser, din begert jetzt niemer mer, so o we.« Dieser Notschrei hat historisch gesehen keine Berechtigung, denn zu Lukas Mosers Zeit begann die Kunst allenthalben aufzublühen; er deutet vielleicht auf eine ganz persönliche Notlage hin. Der Stil des Magdalenen-Altars weist Einflüsse der Kunst der Nieder-lande auf, der Maler hatte Freude am Detail, an der Wirklichkeit, am Ausdruck einer weltfrohen Frömmigkeit und der realistischen Gestaltung seiner Figuren; er steht damit in der Nähe MULTSCHERS und ganz im Gegensatz zu den van EYC KS und CAMPIN. Abb. 543, S.406. Mostaert, Jan (Haarlem um 1475 — das. 1555/56), niederl. Maler; Hauptmeister der Schule von Haarlem. Es ist überliefert, er habe eine westindische Landschaft gemalt und lange Jahre die kaiserliche Statthalterin der Niederlande, Margarete, begleitet. 1521 wurde er ihr Hofmaler in Mecheln. Das besagte Bild könnte mit einem Gemälde im Haarlemer Frans-Hals-Museum identisch sein; einige andere Bilder, die Ähnlichkeit mit dem Stil GEERTGENS aufweisen, werden Mostaert zugeschrieben. Seine Malweise war mehr holländisch als flämisch, er malte außer Landschaften religiöse Themen und vor-nehme Bildnisse, oft mit Landschaftshintergrund. Er ist nicht identisch mit dem sogenannten »Waagenschen Mostaert«, den man neuerdings mit ISENBRANT gleich-gesetzt hat, andererseits ist der MEISTER VON OULTREMONT vermutlich identisch mit Jan Mostaert. Er ist vertreten in Amsterdam (Rijksmuseum), Brüssel, Köln (Die heilige Familie beim Mahle, als Frühwerk zugeschrieben), Liverpool, London (National Gallery), München (Landschaft mit hl. Hubertus), Paris (Louvre, Petit Palais), Philadelphia (Johnson) u. a. Abb. 364, S. 379.
Motherwell, Robert (geb. Aberdeen/USA 1915), amer. Maler; wichtiger Vertreter des abstrakten EXPRESSIONISMus in Amerika. Er studierte in Harvard Philosophie, besuchte 1938 Europa und nahm Einflüsse PICASSOS und der DADAISTEN auf. 1939 stellte er mit den amerikanischen SURREALISTEN in New York aus und trat später in Verbindung mit POLLOCK, KOONINGS und mit ROTHKO (mit ihm gründete er eine Kunstschule). Von 1944 bis 1957 gab er die »Documents of Modern Art« heraus. München besitzt ein Bild Komposition, 1946. Abb. 1097, S. 482.
Mueller, Otto (Liebau/Schlesien 1874 — Breslau 1930), dt. Maler; Hauptvertreter des EXPRESSIONISMUS. Die Kunst der Ägypter war sein großes Vorbild, er malte in flächigem Stil und mit äußerst vereinfachten Formen in Kunst » Museen |