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Kunst » Musik In der Königlichen Sammlung studierte er die Gemälde BAROC-cls. 1660 war er Mitbegründer und erster Präsident der Akademie in Sevilla. Seine stilistische Weiterentwicklung zeigt sich an der Verwandlung seiner Farbe: erst fast krasser Realismus auf den frühen Bettelbubenbildern, die noch in der Tradition RIBERAS und Velazquez' stehen; dann Kunst » Musik der estilo frio der frühen religiösen Gemälde, kühl, objektiv, wenig idealisierend; darauf der estilo cälido, in dem die Madonna del Rosario im Prado gemalt ist: vor allem ein Andachtsbild, überhöht, idealisiert, im Faltenwurf des Gewandes bereits barock, etwas gekünstelt, aber mit Wärme, Anmut und religiöser Empfindung gestaltet; dann der estilo vaporoso seines Spätwerks, locker, weich und etwas süßlich in Malweise und Farbgebung, mit sentimentaler Gefühlsbetonung bei der religiösen Darstellung. Seine späteren Bettelkinderbilder sind ähnlich gefühlsbetont; er erntete viel Erfolg mit diesen niedlichen, malerischen kleinen Bengeln in ihren phantasievollen Kleidern und Lumpen, die darauf aus sind, Kunst » Musik der Armut zu Leibe zu gehen, indem sie sie aus-nützen und Mitleid erwecken. Murillo führte eine große Werkstatt mit vielen Gehilfen, seine Bilder waren sehr populär, und noch bis ins 19. Jahrhundert hinein malte man in der Art Murillos. Seine besten Arbeiten sind die nicht sehr großformatigen Bilder mit vielseitigem und erfindungsreichem Aufbau; die großen Dekorationsmalereien im Hospital de la Cäridad in Sevilla (1671 bis 1674) wirken unorganisch in ihrer Unausgeglichenheit von Naturalismus und Idealismus.
Bilder Murillos befinden sich in Amsterdam, Baltimore, Berlin (Vision des hl. Antonius von Padua mit dem Christuskind, im zweiten Weltkrieg verlorengegangen), Boston, Cadiz, Cambridge/Mass. (Fogg), Chicago, Cincinnati, Detroit, Dresden (Der Tod der hl. Clara; Der hl. Rodriguer; Maria mit dem Kinde), Genua, Hartford/Conn. (Wadsworth), Indianapolis, Kansas City, Köln (Alte Frau und Knabe; Hl. Magdalena in der Wüste; Hl. Franriskus in der Portiuncula), Leningrad, Liverpool, London (National Gallery, Dulwich, Wallace, Wellington), Madrid, Minneapolis, München (Melonen- und Traubenesser; Bettelbuben beim Würfelspiel; Die Pastetenesser; Häusliche Toilette; Die kleine Obsthändlerin), New York Kunst » Musik
(Metropolitan), Paris, Philadelphia (Widener), Rom (Corsini), Sevilla (Museen und Kirchen), im Vatikan, in Washington und Wien. Abb. 647, S. 419.
Mytens, Daniel (Delft um 1590—Den Haag um 1648), niederl. Maler; Bildnismaler. Er lernte vermutlich bei MIEREVELD in Den Haag, war 1618 bereits in England und arbeitete kurz darauf für den Hof. Karl I. berief ihn 625 zum Hofmaler. Er schuf eine Reihe von Bildnissen, darunter einige Ganzporträts, mit denen er, bevor 1632 van DYCK in London eintraf, sehr erfolgreich wurde. Seit 1635 war er wieder in den Niederlanden. Er ist vertreten in Edinburgh (National Gallery), Leeds, London (Besitz des englischen Königshauses, National Portrait Gallery, Tate, Maritime Museum), New York (Metropolitan) u. a. Abb. 522, S. 402. Kunst » Musik
Nabis (hebr. »Propheten«), Name einer kleinen französischen Künstlergruppe in Paris, zu der u. a. BONNARD, VUILLARD, SHRUSIER und MAILLOL zählten. Kunst » Musik Sie bestand zwischen 1889 und 1899. Die Maler der Nabis wurden von GAUGUINS flächiger Malweise und seinen reinen Farben angezogen. Maurice DENIS »formulierte einen der lautesten Schlachtrufe der modernen Kunst«, er sagte: »Bedenke, daß ein Bild, ehe es ein Pferd, ein Akt oder irgendeine Begebenheit wird, vor allem und in erster Linie eine glatte Oberfläche ist, die mit Farben, welche in einer bestimmten Ordnung aneinandergefügt sind, bedeckt ist.« Die Nabis waren den REALISTEN und auch den IMPRESSIONISTEN konsequent entgegengesetzt, sie umrahmten ihre Farbflächen mit schwarzer Kontur und nahmen auch vieles vom japanischen Farbholzschnitt auf; Puvis DE CHAVANNES und Odilon REDON haben auf sie ebenfalls gewirkt, und in den Arbeiten der Nabis finden sich schon Anklänge an die dekorative Kunst des JUGENDSTILS. Die bedeutendsten Maler der Vereinigung, Bonnard und Vuillard, kehrten zu einem wenn auch etwas gewandelten Impressionismus, dem sogenannten Intimismus, zurück.
Nachtstück, siehe NOCTURNO. Nain, Le, siehe LE NAIN. Kunst » Musik
Nanni di Banco (um 1384-1421), it. Bildhauer; einer der Wegbereiter der Florentiner Frührenaissance. 1406/07 arbeitete er zusammen mit seinem Vater am Dom von Florenz und wurde mit einer Prophetenfigur für die Porta della Mandorla beauftragt (1407/08); das Gegen-stück dazu stammt von DONATELLO. 1408 erhielten Nanni und Donatello einen zweiten gemeinsamen Auf-trag für die Gestaltung der Domfassade: den Propheten Jesaia (Nanni) und einen David (Donatello). Sein Haupt-werk ist eine Gruppe von vier Heiligen (Quattro Santi Coronati), Nischenfiguren an Or San Michele in Florenz, sein letztes Werk das Tympanonrelief mit einer Himmelfahrt Mariae über der Porta della Mandorla am Dom von Florenz (1415—1420). Nanni hat offensichtlich die Werke der Antike studiert, und ihre Formgesetze sind in seinen freien, bewegten Stil eingegangen. Sein früher Tod Kunst » Musik