Kunst » Schnitzkunst während die einzelnen Farbschichten transparent übereinandergelegt, in weichen Übergängen oder deutlichen Absetzungen gegeneinandergestellt, pastos oder fein abgestuft aufgetragen werden. Ölmalerei erlaubt dem Künstler viele Variationsmöglichkeiten; durch Mischung, Zusammensetzung und die Tatsache, daß Ölfarben nicht ineinanderlaufen, ist ihm eine große Skala der Gestaltung an die Hand gegeben, und deshalb hat gerade diese Technik auch alle anderen (z. B. die TEMPERAMALEREI) übertrumpft. Farbtafeln 11-36. Oeser, Adam Friedrich (Preßburg 1717 — Leipzig 1799), österr.-dt. Maler, Bildhauer und Radierer. Er studierte an der Wiener Akademie, arbeitete seit 1739 in Dresden und seit 1759 in Leipzig und malte vor allem Wand- und Deckengemälde mit allegorischen Darstellungen sowie Bildnisse und Landschaften. 1764 wurde er Direktor der Kunstakademie in Leipzig. Goethe war zeitweilig sein Schüler und empfing von ihm viele Anregungen; WINCKELMANN war ihm verpflichtet. Oesers Thesen beeinflußten das Ideengut und den Stil des KLASSIZISMUS. lEuvre (franz. Werk). Das Uluvre eines Künstlers ist sein Gesamtwerk, ein (Euvrekatalog hält mit allen technischen und historischen Angaben meist chronologisch dieses Gesamtwerk fest. Oliver, Isaac de (Rouen um 1556—London 1617), engl. Maler; Miniaturporträtist. Er kam als Kind auf der Flucht vor den Hugenottenverfolgungen im Jahr 1568 nach England, lernte bei HILLIARD die MINIATURMALEREI und war seit 1595 sein größter Rivale. 1588 reiste er vermutlich im Ausland, 1596 war er in Venedig und hat dort sicher die Kunst Italiens studiert, vor allem die Arbeiten PARMIGIANINOS, denn im Gegensatz zu Hilliard, der nur Porträtminiaturen schuf, malte Oliver auch Historienbilder in Miniatur. Er war Maler am Hof Jakobs 1. und hat den König selbst sowie Mitglieder seiner Familie und viele Höflinge porträtiert. Werke von ihm befinden sich im Besitz des englischen Königshauses, in London (National Portrait Gallery, Victoria and Albert), aber auch in Amsterdam und in englischem Privatbesitz. Abb. 806, S. 445. Olivier, Ferdinand von (Dessau 1785 — München 1841), dt. Maler und Graphiker; wichtiger Vertreter der ROM ANTIK in Deutschland. Er studierte in Dessau und Dresden, lernte in Dresden Caspar David FRIEDRICH kennen; von 1807 bis 1810 war er in diplomatischer Mission in Paris; seit 1811 arbeitete er in Wien und war Schüler Joseph Anton KocHs; 1817 wurde ihm auf Wanderungen die Salzburgische Landschaft zum entscheidenden Erlebnis, das in Zeichnungen, Lithographien und Gemälden seinen Niederschlag fand. 1830 siedelte er nach München über und wurde 1833 Professor für Kunstgeschichte und Generalsekretär der Akademie. Bilder von ihm befinden sich in Dresden (Salzburgische Landschaft, Blick vom Kapuzinerberg, 1824), Frankfurt (Waldtal mit Klosterbrüdern, 1814), Leipzig (Kapuzinerkloster bei Salzburg) u. a. Opie, John (St. Agnes/Cornwall 1761 — London 1807), engl. Maler; vor allem Bildnismaler. In seinem Früh-werk malte er Bauernszenen mit alten Leuten und Kindern in scharfem Helldunkel in der Art REMBRANDTS. Später wandte er sich der Kostüm- und Historienmalerei zu, malte auch literarische Themen und vor allem gute Bildnisse in der Nachfolge von GAINSBOROUGH und REYNOLDS. Bilder von ihm befinden sich in London (National Gallery) und anderen englischen Museen; in der Münchener Neuen Pinakothek hängt das Bildnis einer älteren Dame. Abb. 886, S. 454. Optische Mischung. Nach der Kunsttheorie der POINTILLISTEN ist es möglich, lichtere Farbtöne der Primärpalette zu erzielen, wenn der Maler z. B. ein Grün nicht durch Mischung von Blau und Gelb auf der Palette her-stellt, sondern beide Farben ungemischt punkt- und kommaförmig eng nebeneinander auf die Leinwand setzt. Auf diese Weise mischen sich die beiden PRIMÄR-FARBEN in einer gewissen Entfernung, die der Beschauer vom Bild einnehmen muß, »optisch« und ergeben ein viel satteres Grün, als wenn sie zuvor gemischt worden wären. Deshalb malten die Pointillisten ausschließlich mit Punkten und Kommata aus Farbe und benutzten entweder die Farben des Spektrums in ganz reinem Zu-stand oder hellten sie nur mit etwas Weiß auf. Die Größe der Farbpunkte variierten sie entsprechend dem Format des Bildes und der Distanz, aus der es der Betrachter anschauen sollte; dabei behielten sie stets die Relation im Sinn, die die Entfernung und der Effekt zueinander haben sollten. Die Pointillisten bezeichneten ihre Technik als Divisionismus. Ihre Theorien sind in SIGNACS Schrift »De Delacroix au Neoimpressionisme«, Kapitel I, nieder-gelegt. Die IMPRESSIONISTEN hatten bereits eine Variante ihrer Technik benutzt, sie setzten die KOMPLEMENTÄR-FARBEN von einem oder mehreren Farbtönen gegeneinander, die Farben ihrer Bilder warfen die entsprechend komplementären farbigen Schatten, und so erreichten sie den typischen schillernden, flirrenden Effekt. Auch einen Grauton erzielten sie auf diese Weise, und man rühmte besonders das schwarze Pigment darin, denn es war der Impressionismus, der die Existenz der Farbe Schwarz in der Natur negierte. Viele Pastelle von DEGAS benutzen die Möglichkeiten der optischen Mischung, nicht in der absoluten Weise der pointillistischen Theorie, aber in einem sorgfältigeren Verfahren als dem der Impressionisten; häufig legte er mehrere Farbschichten übereinander, um einen besonders tiefen Farbwert zu erzielen. Farbtafeln 32, 33, 43. Kunst » Schnitzkunst |