Kunst » Silberschmuck Orcagna, Andrea, eigentlich di Cione (um 1308—1368), it. Maler, Bildhauer und Architekt; einer der bedeutendsten Künstler um die Mitte des 14. Jahrhunderts. 1343 ist er zum erstenmal genannt, das Dokument er-wähnt seine »vielen Mängel und Fehler«. 1343/44 wurde er in die Malergilde, 1352 in die Baumeistergilde aufgenommen. Sein einziges gesichertes Gemälde ist das große Altarbild in der Strozzi-Kapelle von Sta Maria Novella in Florenz (1354—1357) : Die Figuren sind kräftig und plastisch, ihre Gestik ist groß und gemessen. Und doch ist Orcagna in gewissem Sinn wieder konservativ im Gegensatz zu Glorro: keine räumliche Tiefe, die Giottos bedeutender Fortschritt gewesen ist, statt dessen der traditionelle Goldhintergrund und die Figuren in eher hieratischer Strenge. Vielleicht entsprach er mit diesem Werk dem religiösen Gefühl der Florentiner nach der großen Pest von 1348. Vor allem arbeitete Orcagna als Bildner, sein Hauptwerk, signiert und 1359 datiert, ist das Tabernakel in Or San Michele in Florenz mit Reliefs aus dem Marienleben : Tod und Himmelfahrt Mariae. 1368 hat sein Bruder Jacopo di Cione ein Altarbild mit dem hl. Matthäus (Florenz, Uffizi) vollendet; zu dieser Zeit war Orcagna schon krank, und wahrscheinlich ist er im gleichen Jahr gestorben. Seine Brüder Nardo (tätig 1343—1346, gest. 1365/66) und Jacopo (tätig 1365—1398) waren die einflußreichsten Maler in Florenz am Ende des 14. Jahrhunderts. Die Fresken mit dem Triumph des Todes, Weltgericht und Inferno in der Strozzi-Kapelle sind offensichtlich nicht von der-selben Hand wie das Altarbild, GHIBERTI schreibt es Nardo zu. Es gibt viele Bilder, die Anklänge an Orcagnas Stil aufweisen und wohl gegen Ende des 14. Jahrhunderts gemalt worden sind; man schreibt sie gewöhnlich Jacopo zu, sie befinden sich in Berlin, Florenz (Accademia, Uffizi, Sta Maria Novella und andere Kirchen), Liverpool, London (National Gallery, Victoria and Albert), New York (Metropolitan, Historical Society), Philadelphia (Johnson), im Vatikan, in Washington u. a. Abb. 29, 30, 35, S. 326f. Orley, Bernaert (Barent) van (Brüssel um 1488 — das. 1542), niederl. Maler; Hauptvertreter des ROMANISMUS in den Niederlanden. Er führte in Brüssel eine große Werkstatt und wurde seiner entstellenden Nachahmung der italienischen Renaissance wegen, die er an Hand der RAFFAELSChen Teppichentwürfe kennengelernt hatte (die Apostelgeschichte wurde um 1516—1519 in den Nieder-landen gewoben), der »niederländische Raffael« genannt. Vermutlich war er auch selber in Italien; 1518 wurde er Hofmaler der Statthalterin Spaniens in den Nieder-landen, Margarete; er entwarf Gobelins und Glasfenster und malte gelegentlich Bildnisse in der Art MASSYS' und HOLBEINS. Bilder von ihm befinden sich in Antwerpen, Brüssel, Dresden (Mittelstück eines Flügelaltars mit Szenen aus der Apostelgeschichte; Bildnis eines jungen Mannes), München (Jehan Carondelet, Präsident des geistlichen Rates zu Brüssel und Kanzler von Flandern), Toronto, Turin, Wien (Bildnis eines Mannes mit schwarzer Mütze, 1521) u. a. Abb. 372, S. 379. Orozco, Jose (Zapotlän/ Jalisco 1883 — Mexico City 1949), mexikan. Maler; Hauptvertreter der zeitgenössischen Malerei in Mexiko. Er malte in expressionistischem Stil riesige Fresken und Wandmalereien für öffentliche Gebäude. Die meisten dieser Bilder haben eine politische Tendenz, und wie RIVERA führte er viele Auf-träge für die Revolutionsregierung aus. Abb. 1071, S. 479. Ostade, Adriaen van (Haarlem 1610 — das. 1684), niederl. Maler; Hauptmeister des holländischen GENRES. Er war ein Schüler von Frans HALS, doch ist auf seinen Bildern wenig vom Einfluß seines Lehrers zu finden. Mit Vor-liebe malte er kleinformatige, bunte und lebhafte Prügelszenen mit betrunkenem Bauernvolk, Dorfszenen oder häusliche Szenen. In den vierziger Jahren näherte er sich dem Stil REMBRANDTS (Das geschlachtete Schwein, 1643; Frankfurt, Städel), malte aber vor allem vom Motiv her in der Nachfolge BROUWERS. Rund tausend Gemälde sind überliefert, doch ist er oft nachgeahmt und auch gefälscht worden. Jan STEEN war sein Schüler. Bilder Ostades besitzen fast alle Museen mit Bildern alter Meister, z. B. Berlin (Der Arzt in seinem Studierzimmer, 1665), Dresden (Der Maler in seiner Werkstatt, 1663; außerdem fünf Bauernszenen), München (vier Bauernszenen), Wien (Ein Dorfbarbier zieht einen Zahn; Bauernfamilie in einer Scheune, 1647; Eine Frau am Fenster) u. a. Abb. 507, S. 401. Ostade, Isaak van (Haarlem 1621 — das. 1649), niederl. Maler; Genremaler in der Nachfolge seines Bruders Adriaen. Er war Adriaens Schüler und malte, gleich ihm, in seiner kurzen Laufbahn Wirtshaus- und Dorfszenen. Seine besten Werke allerdings sind einige Landschaftsbilder in der Art WOUWERMANS. Winterlandschaften befinden sich in Berlin (Zugefrorener Kanal mit Schlitten und eingefrorenen Schiffen; Inneres eines Bauernhauses, 1645), Dresden (Belustigung auf dem Eise) und London (National Gallery), außerdem in München (Bauernstube, 1641), Wien (Reisende auf einem Wagen; Vor dem Gasthaus) u. a. Abb. 498, S. 398. Ottocento (it. achthundert), das 19. Jahrhundert. Oudry, Jean-Baptiste (Paris 1686—Beauvais 1755), franz. Maler und Radierer; einer der bedeutendsten französischen Tier-, Jagd- und Stillebenmaler. Besonders oft und gern malte er Wild und tote Tiere im Freien. Er war Schüler seines Vaters und LARGILLIERES und wurde von DESPORTES, dem einzigen ihm ebenbürtigen Maler seines Kunst » Silberschmuck |