Kunst » Theater niederl. Maler; bedeutendster Bildnismaler seiner Zeit. Seine Eltern waren Holländer, und er genoß den Ruf des wichtigsten Porträtisten in England vor der Ankunft van DYCxs im Jahr 1643. Er malte in der unmittelbaren, aber einfühlsamen Art der Holländer, und seine Bilder sind oft kaum von den Werken von MYTENS zu unter-scheiden. Johnson bevorzugte Brustbilder in ovalem Format; 1632 geriet er mehr und mehr unter van Dycks Einfluß; der Kunst » Theater Bürgerkrieg von 1643 zwang ihn zur Rück-kehr nach Holland, und hier schloß er sich enger an die Kunst MIEREVELDS an. Arbeiten von ihm befinden sich in Amsterdam (Rijksmuseum), Bath (Holburne), Boston, Den Haag, Dublin, Liverpool, London (National Gallery, National Portrait Gallery, Tate, British Museum, Victoria and Albert, Ham House, Dulwich) und New York (Metropolitan). Abb. 534, S. 404. Jongkind, Johan Barthold (Lattrop 1819 – Cöte-Saint-Andre 1891), holl. Maler; vor allem Landschafts- und Marinemaler. Zusammen mit BouDIN war er ein Vorläufer des IMPRESSIONISMUS und hatte großen Einfluß auf MONET. Er begegnete Boudin im Jahr Kunst » Theater 1862, stellte 1863 im Salon des Refuses aus und verbrachte den größten Teil seines weiteren Lebens in Frankreich. Im größten Elend fristete er in der Nähe von Grenoble sein Da-sein und starb, wie van GOGH, in geistiger Umnachtung. Er hat im Gegensatz zu den impressionistischen Prinzipien niemals im Freien gemalt, sondern nach Zeichnungen und Aquarellen, die er an Ort und Stelle an-fertigte, trotzdem haben seine Bilder große Ähnlichkeit mit den Werken der frühen Impressionisten. Abb. 761, S. 439. Joos van Cleve, eigentlich van der Beke (Cleve oder Antwerpen um 1485 – Antwerpen 1540), niederl. Maler; 1511 wurde er Meister in Antwerpen. Er wird gewöhnlich mit dem anonymen MEISTER DES Kunst » Theater TODES MARIAE identifiziert, aber es bestehen beträchtliche Unterschiede zwischen den Bildnissen und den religiösen Gemälden, die man ihm (oder ihnen) zu-schreibt. Joos war Zeitgenosse von MASSYS, und viele Porträts, die ihm zugeschrieben werden, haben in ihrer kühlen, realistischen Auffassung Ähnlichkeit mit dem Stil von Massys, ja sogar mit dem von HOLBEIN und MABUSE. Am nächsten stehen sie wohl dem Stil von Barthel BRUYN. Joos van Cleve war vermutlich in Genua und hat um 1530 vielleicht sogar für den Hof Franz' I. von Frankreich gearbeitet. Es gibt eine ganze Reihe Bildnisse von Franz und seiner Gemahlin, die ihm zu-geschrieben werden, allerdings ist keine dieser Zuschreibungen bezeichnet oder hinlänglich belegt. Das Selbstbildnis (?) im Besitz des englischen Königshauses Kunst » Theater wird 1639 im Inventar der Sammlung Karls I. erwähnt: »Sotto Cleve done by himself...«, aber die Darstellungsart und der Stil lassen darauf schließen, daß es ein eigenhändiges Bild Joos' ist; als Vergleich dienen hier Stiche des 16. und 17. Jahrhunderts. Andere Joos van Cleve zugeschriebene Bilder befinden sich u. a. in Antwerpen, Berlin (Bildnis eines jungen Mannes), Boston, Brüssel, Cambridge (Fitzwilliam), Detroit, Dresden (Die kleine Anbetung der Könige; Die große Anbetung der Könige; Bildnis eines bartlosen Mannes), Florenz ( Kunst » Theater Uffizi), Köln (Flügelaltar mit dem Tod Mariens), London (Besitz des englischen Königshauses, National Gallery, Courtauld), Madrid, Manchester/New Hampshire, Michigan (Staatsuniversität), München (Flügelaltar mit dem Tod Mariens; Der hl. Georg und Nicasius; Die hll. Christina und Gudula; Bildnis einer Frau), New York (Metropolitan), Paris (Louvre), Philadelphia (Johnson), Washington (National Gallery, Corcoran), Wien (Kaiser Maximilian 1.; Die Geburt Christi; Flügelaltar; Lucretia; Maria mit dem Kinde; Königin Eleonore von Frankreich) und Worcester/Mass. Abb. 359, 369, S. 378. Sein Sohn Cornelis (1520–1567), bekannt unter dem Namen »Sotte Cleve«, war ebenfalls Maler. Er kam um 1554 in der Hoffnung, die Gönnerschaft des Hofes zu finden, nach London. 1556 verfiel er dem Wahnsinn. Kunst » Theater
Joos van Gent, eigentlich van Wassenhove, auch Justus van Gent gen. (tätig von 1460 bis nach 1475), niederl. Maler; 1460 wurde er in Antwerpen, 1464 in Gent ansässig, wo er Hugo van der GoES kennenlernte und wo er bis 1469 nachweisbar ist; 1475 ging er nach Rom. 1473/74 war er in Urbino und malte die Einsetzung des Abendmahls (Urbino), ein Auftrag, der ursprünglich an PIERO DELLA FRANCESCA vergeben worden war; die Predella Kunst » Theater stammt von der Hand UccELLOS, er wurde 1465–1469 dafür bezahlt. Zu den Bildern, die Joos zugeschrieben werden, gehört eine Kreuzigung (Gent, Kathedrale) und eine Folge von 28 Bildnissen berühmter Dichter und Philosophen (um 1476; die Hälfte davon befindet sich im Louvre, Paris, die andere Hälfte in Rom, Palazzo Barberini), und schließlich hat er auch die Hände des Herzogs von Urbino auf Piero della Francescas Brera-Madonna gemalt. Andere Werke befinden sich im Besitz des englischen Königshauses, in London (National Gallery), New York (Metropolitan) und Urbino. Die Berühmten und die herzoglichen Hände wurden früher Pedro BERRUGUETE zugeschrieben, obwohl ein Schriftsteller des 15. Jahrhunderts ausdrücklich einen Niederländer als Autor genannt hat. Joos war der einzige niederländische Maler, der nachweislich in Urbino gearbeitet hat. Abb. 354, S. 377.
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