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Kunst » Zinn gleichzeitig Professor an der AKADEMIE. Er malte sehr getreue Porträts berühmter Zeitgenossen wie Herder, Lessing, Wieland, Schiller. Nach eigenen Angaben hat er 1240 Bildnisse gemalt. Überdies schuf er 322 Porträts in Silberstiftzeichnung, einer im 18. Jahrhundert nur selten geübten Kunst. Teile einer Autobiographie erschienen nach Kunst » Zinn seinem Tod in Zürich (1815). Bilder von ihm befinden sich in vielen deutschen Museen, so in Berlin (Bildnis des Ratsherrn Gottfried Winckler, 1795), Dresden (8 Katalog-nummern, u. a. drei Selbstbildnisse und Die Elbe in Blasewitz bei Dresden) und Leipzig. Abb. 598, S. 413.
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Graffito, siehe SGRAFFITO.
Granacci, Francesco (Florenz um 1469/70 — das. 1543), it. Maler; Meister der Hochrenaissance in Florenz. Er gehörte zu der MICHELANGELO unmittelbar voraus-gehenden Malergeneration. Wie Michelangelo, dessen Freund er von früher Jugend an war, wurde Granacci ein Schüler GHIRLANDAIOS und später dessen Gehilfe. Michelangelo zog ihn 1508 zur Mitarbeit an der Decke der Sixtinischen Kapelle im Vatikan heran, jedoch entließ er ihn wie andere Mitarbeiter nach etwa einem Monat. Nach der Rückkehr nach Florenz geriet Granacci unter den Einfluß Fra BARTOLOMMEOS; charakteristisch für seine späteren Bilder sind überlange Figuren, Kunst » Zinn in denen ein Hang zur Monumentalität zum Ausdruck kommt. Die Heilige Familie in Dublin, die ihm zugeschrieben wird, ist auch Michelangelo zugeschrieben worden: Das zeigt, wie sehr sich die Stile beider Maler einander nähern. Granacci ist aber im Grunde ein Künstler des QUATTROCENTO und gehört in die Reihe der Übergangsmeister wie Ridolfo Ghirlandaio und FRAN-cIABIGIO. Werke von ihm befinden sich in Baltimore (Walters), Berlin (Madonna in der Glorie), Budapest (Johannes auf Patmos), Florenz (Himmelfahrt Mariä), London (Victoria and Albert), München (Vier Altarflügel mit den Hll. Magdalena, Apollonia, Hieronymus und Johannes dem Täufer), Oxford, San Francisco, Sarasota/ Florida und Washington. Abb. 172, S. 350.
Grandi, Ercole di Giulio Cesare, siehe ROBERTI. Kunst » Zinn
Gravelot, Hubert, eigentl. Bourguignon (Paris 1699 — das. 1773), franz. Buchillustrator. Um 1732 kam er nach London, wurde Lehrer GAINSBOROUGHS und kehrte 1745 nach Paris zurück. Er ist ein wichtiger Mittler zwischen der französischen Schule, besonders den Nachfolgern WATTEAUS, und der englischen Malerei in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Abb. 860, S. 451.
Greco, eigentlich Domenikos Theotoköpulos, gen. El Greco (Kandia auf Kreta 1541 — Toledo 1614), griech.-span. Maler. Er verbrachte vermutlich seine ersten Lehrjahre auf Kreta. Die Insel gehörte damals zum Herrschaftsbereich der Republik Venedig und war im 16. Jahrhundert das Zentrum der byzantinischen Kunsttradition. Noch vor 1560 ging er zur weiteren Ausbildung nach Venedig. Über den Italienaufenthalt Grecos ist nur wenig bekannt. In Venedig arbeitete er zunächst als »madonnero« (Ikonenmaler), ehe er in das Atelier von Kunst » Zinn TIZIAN eintrat. Noch in Venedig lernte er durch die manieristische Druckgraphik die neuen Themen und Kompositionsschemata des italienischen MANIERISMUS kennen, der für seine Kunst wichtig wurde. 1570 ging Greco nach Rom, angezogen wohl vom farnesischen Hof und vom geistigen Leben der Gegenreformation. Über seine Ankunft in Rom berichtete Giulio Clovio, ein kroatischer Miniaturenmaler, in einem an den Kardinal Farnese gerichteten Empfehlungsschreiben vom 16. November 1570: »Ein junger Kandiote ist in Rom angekommen, ein Schüler von Tizian, meiner Ansicht nach ein ganz außerordentlicher Maler.« In Rom
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verbrachte Greco über fünf Jahre; den nachhaltigsten Einfluß übte auf ihn die Kunst MICHELANGELOS aus. Der römische Aufenthalt Grecos ging der Legende nach durch einen Konflikt zu Ende, in den er mit dem römischen Publikum geriet: Er soll vor Michelangelos Jüngstem Gericht in der Sixtinischen Kapelle geäußert haben, er würde es ebenso gut, aber mit mehr Anstand malen. Möglicherweise überliefert die Legende in entstellter Form einen Vorschlag Grecos, das Jüngste Gericht zu retuschieren (wie es Daniele da VOLTERRA getan hatte). Diese Geschichte wird dazu beigetragen haben, daß Greco Rom verließ. 1577 brach er nach Spanien auf, wahrscheinlich angezogen vom Hof Philipps II. Im Juni 1577 war er in Toledo; das bezeugt der Vertrag, durch den ihm die gesamte Innenausstattung von Santo Domingo el Antiguo übertragen wurde. In den engeren Kreis der Hofkünstler jedoch, dem TIBALDI, ZUCCARO u. a. angehörten, drang Greco nicht; den wenigen in Kunst » Zinn königlichem Auftrag gemalten Bildern blieb die Anerkennung versagt. So lebte er abseits vom königlichen Hof und fand seine eigentliche Aufgabe im Bereich der religiösen Kunst. In Toledo schuf er seine Hauptwerke.
In Grecos Frühwerk verbindet sich der Einfluß seiner Vorbilder — Tizian, Michelangelo, BASSANG, RAFFAEL, DÜRER, die MANIERISTEN Mittelitaliens, wie PONTORMO und PARMIGIANINO — mit der stilbildenden Kraft der byzantinischen Tradition. Die künstlerische Persönlichkeit Grecos entfaltet sich auf spanischem Boden und prägt sich typisch zum erstenmal in den frühesten Werken der Toledaner Zeit aus : in der Himmelfahrt Mariä von 1577 für die Kirche Santo Domingo el Antiguo (ursprünglich die Krönung des Hochaltars, jetzt Chicago, Art Institute) und in der Hl. Dreifaltigkeit für Santo Domingo (Madrid, Prado). Der Farbgestaltung kommt in diesen Kunst » Zinn